MTP 15 “Extinction Events and Dawn Chorus”
Shownotes
Aufnahme vom 3.4.2026
Jingle und Musiktipp von Tine Louise Kortermand (https://carlnielsenscamino.dk/)
Türöffner des Monats: Impuls Neue Musik https://www.impulsneuemusik.com/
// Musik von
Liza Lim: “Extinction Events and Dawn Chorus”
Anthropogenic debris Retrograde inversion Autocorrect Transmission Dawn chorus
https://lizalimcomposer.com/2017/12/19/extinction-events-dawn-chorus/
Aufnahme mit Video: Elision Ensemble, Aaron Cassidy, Harry Ward New Music Days Melbourne 2023: https://www.youtube.com/watch?t=2175&v=mjPOTGm6Ok&embedsreferring_euri=https%3A%2F%2Flizalimcomposer.com%2F
Aufnahme ohne Video: Klangforum Wien, Peter Rundel, Sofie Schafleitner (Violine) UA Witten 2018: https://open.spotify.com/intl-de/album/6QlJgQ3LhkBXVkdMgFqa6n?si=u06P5j65RsmOfJRSoBceTw
Mit Naturlauten: Kauaʻi ʻōʻō Vogelruf (Schuppenkehlmoho auf Hawaii) https://www.reddit.com/r/NatureIsFuckingLit/comments/1fdqyro/thisarecordingofthelastkaua%CA%BBi%CA%BB%C5%8D%CA%BB%C5%8Dbird/
Dawn Chorus von Fischen https://www.youtube.com/watch?v=6-pks7AyYzY
// Kontakt:
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Der Podcast ist ein Projekt des MusikTexte e.V. im Rahmen von MusikTexteOnline
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:12: Herzlich willkommen zur Folge Nummer fünfzehn des Musiktexte Podcast wieder hier an Gisela's Küchentisch.
00:00:19: Ich bin Karl Ludwig, Musikwissenschaftler und Radioautor und ich freue mich das wir wieder zu dritt hier sitzen um über ein Werk zu sprechen nämlich mit mir
00:00:28: sitzt Hannah Fink!
00:00:30: Und ich
00:00:34: bin Hannah Ottur.
00:00:35: Ich bin Sopranistin und Musikwissenschaftlerin ebenfalls aus Köln.
00:00:39: Ja, und nachdem wir einige Folgen von großen essayistischen Themen hatten dachte ich mir Wir gehen mal wieder an Detail in ein Stück Und zwar hat es auch einen Zusammenhang mit einigen anderen Folgen, die sich ja schon um dieses Thema Klima und Musik gedreht haben.
00:00:58: Und irgendwie lässt es mich nicht so ganz los.
00:01:00: jedenfalls dachte ich wende mich mal wieder dahin weil ich einfach mal auschecken wollte was eigentlich Lisa Lin macht.
00:01:10: Die hatte ich in diesem Zuge immer mal wieder auch erwähnt und ich wollte dem mal auf den Grund gehen was sie eigentlich musikalisch.
00:01:19: Sie befasst sich sehr mit dieser Klimathematik, lebt in Australien und auch mit indigenen Wissensformen.
00:01:28: Und diese Komplexe informieren ihr Werk sehr stark!
00:01:33: Ich habe mir als Werk ein großes Ensemble-Stück von ihr ausgesucht – mit dem Titel Extinction Events and Dawn Chorus.
00:01:43: Das Stück ist ein langes Stück, vierzig Minuten Und wir werden einiges davon hören, ich würde gerne einige Musik zeigen und mal schauen wie Lisa Lim mit der Klimathematik musikalisch so umgeht.
00:03:43: Vielleicht erst einmal soweit für einen ersten Eindruck.
00:03:46: das war... Der Beginn von Lisa Leams Extinction Events & Dawn Chorus und zwar in einer Aufführung aus dem Melbourne Recital Center, von ... ... mit dem Allison Ensemble Aaron Cassidy und Harry Ward als Dirigent.
00:04:05: Und vielleicht können wir kurz mal so ein paar erste Eindrücke-Elemente die auffallen sammeln um so ein bisschen reinzukommen diese Klangsprache die ja nicht ganz einfach zu hören festzumachen ist.
00:04:19: Wir haben ja gerade eine ganz breite Vielfalt an Spieltechniken gehört und ich finde man hatte sofort so einen Raum vor Augen, also es hatte ein sehr organisches Gefühl.
00:04:27: Also auch im Zusammenhang mit dem Titel hatte ich direkt so ein Bild vor Augen.
00:04:32: Was für'n Bild?
00:04:33: Irgendwie... So ein bisschen wie wenn man in die Erde reinschauen könnte Und gerade arbeitet da total viel.
00:04:40: Ich hab irgendwie so Würmer gesehen, aber vielleicht auch so Prozesse von so Kompostieren und irgendwie... Da waren dann aber auch Elemente von Sachen die gestört haben.
00:04:50: also jetzt mit dem Titel denkt man natürlich schnell an Umweltverschmutzung, an Müll.
00:04:55: Also genau ich hatte das Gefühl der arbeitet etwas Aber es wird immer wieder unterbrochen.
00:05:01: Also ich habe das Stück, das erste Mal gehört ohne dass ich mir irgendwelche Gedanken gemacht hab darüber worum es da gehen könnte.
00:05:07: Ich hab von den Titeln nur so beiläufig gelesen und ich finde das schon komplexe Musik.
00:05:15: Es gibt ja glaube ich fünf Sätze in diesem Stück ne?
00:05:17: Und ich dachte dann vielleicht schaffe ich's irgendwie über so eine Dramaturgie ein bisschen mehr Zugang zu finden Dass man sagt irgendwie find' ich Elemente die wiederkommen oder so Klangmomente, Flächenfarbengeräusche.
00:05:32: Und das schon schwer fand ich!
00:05:33: Ich finde tatsächlich das Instrumentale sehr präsent und mir kommen da gar nicht so viele Bilder sondern es ist erstmal super viel.
00:05:43: Ja das ging mir auch so...ich muss auch gestehen wir haben die Partitur hier vorliegen und habe probiert da irgendwie sehr detailliert auch mal in die Tiefe zu gehen und das Stück macht es einem nicht einfach.
00:05:54: also Es ist nichts, was sich jetzt auch dem analytischen Blick sofort erschließt und insofern werden wir mal schauen wie wir hier so weiterkommen.
00:06:02: Ich habe am Anfang ein bisschen probiert das vielleicht zu sortieren.
00:06:07: also besonders charakteristischer Klang ist natürlich dieser Waldteufel Also das Knarzen.
00:06:14: kannst du erklären was ein Waldteufe ist?
00:06:16: Also ich würde sagen es gibt einen unterschiedlichen Größen aber der klassische Waldteutel ist wie eine Art Keine Ahnung, so Trommel und in der Mitte kommt aber ein Faden raus.
00:06:28: Und wenn man da dran zieht dann macht das... Also Knarzen kommt glaube ich als Worte im Geräusch am nächsten oder?
00:06:34: Ja.
00:06:35: Genau, es ist so.
00:06:39: Und je nachdem wie groß oder klein das ist kann man's halt unterschiedlich.
00:06:42: dann ja.
00:06:43: Du kannst diesen Faden sozusagen bewegen und dadurch ist es irgendwie auch ein sehr gestisches Instrument würde ich mal sagen.
00:06:50: Kannst du Und viele der Musiker-Innen haben so einen Waldteufel auch, den sie spielen.
00:07:00: Ich glaube, zwanzig oder mehr?
00:07:02: Das werden wir später auch noch hören...
00:07:04: Ich habe auch, fällt mir gerade ein als ich das Stück gehört hab, dachte ich, ist ja gut dass das kein öffentliches Orchester gespielt hat weil da bestimmt wieder Nachforderungen gekommen wären und dass die Instrumente kaputt gehen.
00:07:14: Weil da schon sehr viel Knarzen dabei!
00:07:17: Entschuldigung es sind nur elf.
00:07:19: Ich
00:07:21: kann ja kurz sagen, die Besetzung des Assembles besteht aus Flöte, Obower, Klarinette und Bassklarinette, Fagott, Hornen, Trompete, Bassposaune, Schlagzeug, Klavier, Violine, Cello- und Kontrabass.
00:07:36: Und dann kommen auch einige extra Elemente hinzu über die wir noch sprechen werden.
00:07:41: Also ausgehend von diesem sehr geräuschhaften Klang des Waldteufels finde ich beim Beginn dann aber auffällig dass es auch sehr melodisch ist.
00:07:51: Also am Anfang, das ist ja fast so was kann.
00:07:53: Die Lehnenartige ist dass die Trompete dort ja eine Melodie fast irgendwie hinsetzt und ich finde dieses Hin-und-Herr von Geräusch und Melodie bestimmt eigentlich viel vom Werk oder es vielleicht ein erster Gegensatz in dem sich einiges einordnen lässt und vielleicht wenn wir gleich ein bisschen weiter hören überträgt sich das auch so.
00:08:19: ein Übergang von voll gespieltem Ton und wo der Bogen dann sehr geräuschhaft aufgesetzt wird oder wo das Ventil geöffnet wird, damit nur die halbe Luft durchströmt.
00:08:31: Der Ton selbst changiert zwischen vollem natürlichen Ton und so Geräuschaft verenden.
00:08:40: Ja, aber auch viel Bass klarinette immer dabei.
00:08:41: Dieses tiefe Röhren irgendwie und hast du ja auch direkt am Anfang gesagt?
00:08:45: Wenn man darauf achtet eigentlich sehr viel Spieltechnik.
00:08:49: Und ich glaube auch viel Wiederholung.
00:08:50: also ich hatte schon das Gefühl die Elemente wiederholen sich auch häufiger also immer so ein bisschen verändert.
00:08:54: Aber ich habe schon das gefühlt oder ich kann mir auch vorstellen dass es immer so weitergeht in der Struktur
00:09:02: Ja hören wir doch mal direkt ist auf jeden Fall ein wichtiger Punkt für dieses Stück.
00:09:06: aber Ich würde mal noch ein bisschen weiter hören und euch auch das video zeigen.
00:09:11: Das stück ist durchaus auch mit theatralen elementen komponiert Und deswegen habe ich hier diese version gewählt wo wir auch das Video haben damit ihr dann vielleicht wenn ich euch darauf hinweise kurz einige sachen beschreiben könnt.
00:12:01: Mach mal kurz pause weil das eine stelle ist, wo du irgendjemand von euch vielleicht kurz vorlesen könnte, was hier in der Partitur steht.
00:12:08: Das ist irgendwie ein einschneidender Moment denn es ist so ein bisschen verkapptes Solo-Konzert.
00:12:14: auch die Solo... Siehst
00:12:15: du?
00:12:15: Habe ich mich nämlich gefragt!
00:12:17: Die Violine wird als Soloviolina auch ausgezeichnet und dieser Eintritt also jetzt von dem Solisten, wenn man so sagen will.
00:12:28: Es ist auch wieder mit hohem Bogen-Druck eben so.
00:12:30: ein knarzen da klang eigentlich sehr ähnlich wie der Walteufel.
00:12:34: gleichzeitig hat die Violine ja immer auch den historischen Hintergrund von einem Subjekt.
00:12:41: was singt eigentlich?
00:12:43: ne?
00:12:44: Wenn man von einer Solovioline spricht und ich glaube beide kommen hier zusammen wenn man schaut was Lisa Lim in der Partitur schreibt.
00:12:52: Vielleicht ganz kurz zum Kontext, also wir haben gerade im Video gesehen wie sich die Kamera gedreht hat und ein Scheinwerfer auf einen Balkon geleuchtet wurde wo dann eben der Solo Geiger
00:13:01: stand.
00:13:03: Genau hier steht violinist in position one back of hall like an oracle strong bow pressure on string highly distorted granulated noise with intermittent sharp attacks.
00:13:15: Also geiger inn in position eins am anderen ende der konzert Situation.
00:13:23: Wie ein Orakel, starke Bogen-Druck und granuliertes Jahr, weil das so blöd übersetzt ist.
00:13:34: Königes Gräusch mit scharfen Attacken.
00:13:38: Eigentlich passt es zu der Ästhetik, die wir vorher auch schon rausgehört haben, dieses leicht dreckige...
00:13:43: Aber du hast das jetzt in so einem Nebensatz gesagt mit diesem Subjekt.
00:13:47: Weil ich habe gemerkt, als ich das Stück versucht hab irgendwie zu greifen bin ich dann bei grundmenschlichen Sachen gelandet.
00:13:54: also wo ich mir überlegt habe irgendwie ist das jetzt ein Dialog oder redet jetzt jemand alleine?
00:14:00: Also das meine ich mit Grundmenschlich so.
00:14:01: wir sind ja erstmal sozial und es hat auch nicht so gut funktioniert muss ich sagen weil Das Werk auch immer wieder dazwischenfunkt.
00:14:10: Also es gibt, glaub ich im dritten Satz und vierten Satz fängt dann auch so eine Solo-Geige an und da denkt man so ach schön!
00:14:15: Und dann kommen die anderen aber auch wieder alle dazu.
00:14:17: Es ist glaube ich nur ein Viertensatz mal, so einen ganz kurzen Moment wo es tatsächlich dann Solo-Gege ist, wo ich dachte okay ich habe mich doch nicht geirrt dass sie eine besondere Rolle hat, aber das war schon... ...es ist nicht so organisch gebaut, dass man sagen könnte ah jetzt kommt der Satz hier und dieser Satz da und da ist alles aufgeteilt, sondern es changiert immer alles.
00:14:36: Deswegen finde ich es spannend, dass das Stück szenisch ist.
00:14:38: Weil wenn wir jetzt im Video sehen wird's ja viel offensichtlicher als nur beim Hören
00:14:43: mit dem Back-of-Hall auf jeden Fall.
00:14:45: Ja viele Dinge sind sehr scenisch komponiert und das ist auch wichtig würde vielleicht noch eine kurze Weile weitermachen.
00:14:53: ihr dürft gerne beschreiben wenns dann ihr werdet schon merken wanns irgendwie wichtig wird.
00:14:59: Und dann kommen wir auch auf vielleicht eher die Hintergründe der Gedanklichen Dinge, die hinter
00:15:05: diesem Berg stehen.
00:15:21: So ein Tafelkratzenmoment fast, ne?
00:15:35: Das gibt's häufig auch
00:15:36: so Koppeln.
00:15:37: Zwischenzeit nicht so verdäumte Elemente, das sind da auch immer wieder gestoppt drin.
00:16:08: Das war jetzt schon fast...
00:16:10: ...vermanchlich zu rohen.
00:16:11: Aber es wirkte auch auf mich komponiert.
00:16:13: Es gibt später Teile, das hört sich eher nach so Impro an von einem Geiger-Geigerin der die irgendwo Zuhause rumprobiert, aber hier das wirkt sehr komponiert auf jeden Fall.
00:16:24: Ja.
00:16:24: Oh was passiert denn jetzt?
00:16:25: Genau jetzt!
00:16:28: Passiert hier was?
00:16:29: Da wird Folie gezogen,
00:16:31: ne?
00:16:33: Ja
00:16:33: ja.
00:16:37: Also da wird jetzt Folie gezogen und dich...geräuschhaft durch die Bühne bewegt.
00:16:45: Genau so
00:16:46: eine lange... ...dicke
00:16:47: Maler-Folie.
00:16:58: In der Partitur steht sogar, die Musiker sollen kurz bedeckt werden von dieser Folie.
00:17:03: Das ist wahrscheinlich gesundheitsmäßig.
00:17:05: Schön die Folie drüber!
00:17:07: Aber ich finde es auch spannend dass die Folio vom Geiger ausging.
00:17:10: also das war wieder sowieso der Geburtspunkt dieser Veränderungen?
00:17:15: Ja genau vielleicht erstmal so weit.
00:17:22: dann mit dieser Folia kommt ja eigentlich Rein was im Titel auch schon angedeutet ist Extinction Events.
00:17:29: Bei diesem Stück macht es irgendwie auch Sinn.
00:17:31: oder ist man dann auch sehr froh, dass die Komponistin was dazu geschrieben hat?
00:17:36: Wast Konglomerations of plastic trash circulate in five gaias, In the world's ocean currents and are ground into toxic fragments that sediment on remote islands And within fish we eat.
00:17:49: Our everyday rubbish shelters hermit crabs even as acid waters dissolve their former shell habitations.
00:17:57: Albatrosses spülen Plastik-Packagen, um die Schicks zu füllen.
00:18:02: Sie schocken und sterben, als sie den colorführenden Nondemütchen
00:18:18: ingest.
00:18:28: an den Stränden und Fischen, die wir essen ab.
00:18:32: Und dann spricht sie über die Auswirkungen von Plastikmüll auf die Fauna, Albatrosse und Krebse, die irgendwie dadurch natürlich beeinträchtigt werden.
00:18:44: Choke and Stalf also ersticken und verhungern.
00:18:47: Genau das ist erstmal eine sehr explizite Bezug auf diese Klimathematik.
00:18:54: Dazu muss man auch sagen, was ich vergessen habe.
00:18:56: Der erste Satz trägt auch einen Titel also nicht nur das Stück sondern die Sätze tragen Satztitel und dieser vom ersten Satz heißt Anthropogenic Debris Also Menschen gemachter Müll.
00:19:08: Eigentlich
00:19:10: klingt das alles total dystopisch ist aber halt Realität.
00:19:15: Aber ich muss jetzt sagen jetzt wo ich das nochmal höre Ich finde man hört das schon diesen Zerfall Und natürlich dieser Moment mit dem Plastik der jetzt von Balkon kommt dass es schon so ein bisschen melodramatisch.
00:19:25: Aber ich meine, es veranschaulicht genau das was sie uns zeigen möchte.
00:19:29: Findest du diese Veranschaulichung?
00:19:31: Du hast es melodramatic genannt, ist es so ein bisschen too much oder...
00:19:35: Nee für mich nicht aber ich mein' ich mach ja auch gerne Musiktheater und Melodrama ist ja auch eine Gattung mit der ich mich gerade viel befasst habe.
00:19:41: also Ich finde das schon auch legitim wenn Stücke einfach scenisch funktionieren und auch nicht ohne dass funktioniert sondern anders funktionieren ohne diesen Aspekt.
00:19:50: Es
00:19:52: ist schon sehr stark auf die Nuss.
00:19:55: Hätte ich jetzt selbst ein Konzert vielleicht nicht gebraucht als so ein szenisches Detail, aber vom Geräusch macht es natürlich Sinn.
00:20:04: So ist die Frage ob man das weniger scenisch inszeniert damit's noch mehr wirkt und so guckt man mehr als man hört.
00:20:13: Für mich ist auch der Punkt bei nämlich oft bei solchen Kompositionen Schwierigkeiten habe weil finde ich fraglich bleibt, warum man das jetzt in dem Konzert machen muss und was sozusagen der musikalische Hintergrund ist.
00:20:26: Und das wäre so die Frage, die ich hier gerne wahrscheinlich nicht werde klären können aber doch stellen möchte ob das irgendwie noch tiefer geht in diesem Stück als dann einfach eine Plastikfolie hervor zu
00:20:39: holen.
00:20:39: Aber dann finde ich es eigentlich spannend, weil du hast ja angesprochen, dass das die einzige Aufnahme ist, die es mit Video gibt.
00:20:44: Das heißt alle anderen Aufnahmen sind ja ohne Video.
00:20:46: Das heisst man hat ja irgendwie vor allem diesen Vergleich und ich habe jetzt Hannah und ich.
00:20:49: Wir haben das beide jetzt auch vorher erst mal ohne Video reingehört.
00:20:53: Das ist schon irgendwie ein spannendes Selbstexperiment wahrscheinlich.
00:20:56: Ja einen weiteren Aspekt bevor wir dann auch gleich zum zweiten Satz kommen möchte ich noch ansprechen in diesem Kontext denn eine weitere sehr expliziter Bestandteil kommt jetzt gleich.
00:22:11: Vielleicht kannst du Hannah aus der Partitur entziffern, was hier kombiniert wurde?
00:22:16: Bei der Piccolo Flöte steht oben drüber Place Bird Calls Inside Bars.
00:22:21: Also das sieht sehr frei notiert aus und dann wird es abgewechselt mit so Tank Slaps also dieser Spieltechnik wo man mit der Zunge auf den Ansatz schlägt
00:22:36: Genau!
00:22:36: Das ist eigentlich schon das Element.
00:22:39: Was ich hier noch vorstellen wollte, dass sie eben sich sehr explizit auf tatsächliche Extinction-Events bezieht.
00:22:45: Nämlich mit diesen Vogelrufen die quasi frei über dem Solo der Violine wieder platziert sind und insbesondere nennt sie ein Vogel, der ausgestorben ist von Hawaii, von dem es noch eine Aufnahme gibt.
00:23:01: Und zwar heißt er Kauai Oho dieser Vogel Und das ist auf Deutsch ein so genannter Schuppenkehl Moro.
00:23:11: Süß!
00:23:11: Und er ist leider wirklich bezaubernd traurig.
00:23:37: Oh manne...
00:23:39: Ja, das ist auch hier bei Reddit in den Kommentaren echt sehr berechen alle zusammen.
00:23:47: Echt schöner Klang.
00:23:48: Aber ich finde es spannend, weil das hat für mich schon eine ganz andere Klangqualität als das was wir gerade gehört haben also dass dieser Vogel an sich ist ja noch viel zarter von der Klankqualität.
00:23:58: Ja!
00:23:59: Was irgendwie spannend ist, weil dieses Zarte natürlich auch in dieser Ästhetik von Zerfall vielleicht nicht soviel zu suchen hat oder auf jeden Fall ein Kontrast wäre?
00:24:08: Also der Sozart kommt er hier auf jeden fall nicht so rüber ne?
00:24:12: Mit diesem Klang im Ohr würde ich jetzt zum zweiten Satz kommen.
00:24:18: Der Titel des zweiten Satzes ist Retrograd Inversion, also auf Deutsch Spiegelkrebs.
00:24:25: Eine Umgangsform wie man mit einer Reihe, im meisten Fall in zwölf Stunden aber musst du glaube ich auch gar nicht, mit einer Reihe umgehen kann.
00:24:33: Du kannst halt rückwärts gehen oder spiegelverkehrt oder beides.
00:24:38: Genau und der Spiegelkrebs ist sozusagen beides wenn du das Blatt auf den Kopf stellst dann hast du den Spiegelkreb von einer Melodie.
00:24:46: Da konnte ich nicht wieder stehen, dem mal irgendwie nachzugehen und vielleicht schaffen wir das so ein bisschen hier Sinn reinzubekommen auch wenn ich schon vorher sagen kann dass sich keine handfesten Beweise für meine Thesen weil einfach die Klänge nicht so einfach fest zu machen sind als Spiegel oder Umkehrungen von bestimmten anderen Motiven.
00:25:12: um das so zu untersuchen, würde ich den ersten Satz nochmal anspielen.
00:25:18: Den Beginn und dann zum Vergleich den Beginn vom zweiten Satz hören.
00:25:23: Und da fand es ganz schön dass wir jetzt den Vogel noch im Ohr haben denn ich glaube hier im Beginn vielleicht gibt's eine gewisse Ähnlichkeit.
00:25:59: Was können wir über diese Melodie sagen?
00:26:02: Bläser begleitet von Waldteufel Man hört so ein bisschen Melodieausschnitte oder sowas in die Richtung geht.
00:26:09: Es endet oft auf so Triller.
00:26:11: Auf Trillern?
00:26:13: Sprünge sind auch viel drin
00:26:15: und zwar sehr charakteristische Sprünger eigentlich, die ich glaube ich im Vogel auch gehört habe.
00:26:22: Nämlich...
00:26:31: Also es sind finde ich charakterstisch Intervalle von Quarte und oft auch einem Tritonuss Und ich weiß nicht ob ich mich täusche, sonst müssen wir das rausschneiden.
00:26:57: Genau, der Charakter ist vielleicht ähnlich mit diesen großen Sprüngen.
00:27:01: Ja
00:27:02: und selbst wenn es nicht die Sprünge sind dann ist aber trotzdem wie ich meinte das sind diese Sprüngel die fallen schon auf.
00:27:06: Also auch in dieser Faktur würde man vielleicht sagen so dieses
00:27:11: Beep-Beam.
00:27:14: Diese Spreizung zieht sich eigentlich durchs ganze Stück und zwar dann auch in der Übertragung auf andere Intervalle.
00:27:21: Also wenn wir mit Quarten- und Tritonus arbeiten, dann bekommen wir auch mal Septimen oder als Gegenstück zur Septime eben kleine Sekunden.
00:27:32: und also diese gespreizte Intervalllogik ist finde ich immer wieder zu hören vielleicht jetzt auch am Beginn des zweiten Satzes.
00:29:10: ja vielleicht so weit
00:29:11: ist ja spannend, dass es auch so im Titel dieses rückläufige mit drin ist.
00:29:15: Im Begriff dieser Krebsumkehrung.
00:29:16: aber man kann die Begriffe ja auch irgendwie einzeln betrachten oder je nachdem wie sie da interferiert werden und natürlich beginnt eigentlich wieder mit den gleichen Bläsern wie im ersten Satz.
00:29:27: Aber man hatte halt statt dieser schnellen Thriller direkt zu anfangen, hat man das irgendwie so ganz lang gezogen und diese ganz gedehnten Gleshandi die dann ja schon sehr charakteristisch werden und die Dämpfer an sich, die da verwendet werden sind natürlich auch total charakterstisch also... Also Alu-Dinga ne?
00:29:43: Genau!
00:29:45: Aber das fand ich auch eigentlich einen eigenartigen Befund dass der Beginn des Ersten unter Beginn eines zweiten Satzes erstmal relativ analog sind.
00:29:56: Was er sich widersprechen würde, weil das Ende müsste ja gleichzeitig
00:30:00: nicht
00:30:00: anfangen.
00:30:02: Genau und wir können diese These vielleicht kurz mal bestätigen oder bekräftigen zumindest indem wir das Ende des ersten Satzes hören.
00:31:12: Das war der Ende des Ersten und jetzt das Ende vom zweiten.
00:32:16: Also ich finde wenn ich das jetzt konkret überprüfen müsste dann würde ich in die Partytur gucken.
00:32:21: Also jetzt vom Hören habe ich es nicht so gesehen, aber manchmal werden ja auch kompositorische Strukturen rückwärts gegräbst.
00:32:29: Spiegelgegräbst mit Parametern die man nicht hört oder hören soll.
00:32:34: das ist ein bisschen der Punkt.
00:32:35: Wir können das auf jeden Fall abschließend nicht klären.
00:32:38: Ich kann aber die Beobachtung teilen.
00:32:40: Auch im zweiten Satz ist wie im ersten Satz eine Gesamten-Denz zu diesen tiefen Drones am Schluss zu erkennen.
00:32:49: irgendwie eine Ähnlichkeit, das heißt wir können schon mal zumindest sagen dass der Gesamtformale Verlauf der beiden Sätze eigentlich parallel läuft.
00:32:58: Ja ich bin mir beim hören auch aufgefallen weil das war nämlich der Moment wo ich dann dachte okay vielleicht erkenne ich eine Dramaturgie innerhalb dieser fünf Sätze und dachte so ok wenn es jetzt so weitergeht da bin ich auch wirklich lost.
00:33:08: also weil zwei jetzt kein zweiter Satz.
00:33:11: im Grunde ist jetzt auch sehr klassisch gedacht aber Das machen ja genügend Leute auch heute immer noch, dass sie das ähnlich lösen wie früher die Leute.
00:33:20: Ja irgendwie waren die Rollen finde ich auch so klar verteilt.
00:33:23: also was welches Instrument an Dynamik mit reinbringt war bis jetzt noch nicht so abwechslungsreich ist.
00:33:28: es gab immer so ja ich habe das Gefühl ich hab so eine gewisse rollenverteilung
00:33:32: rausgehört
00:33:35: und dann kam immer die Piccolo und die Geige Dynamik reingebracht und dann kam wieder die Drone.
00:33:41: Es gibt schon so eine klare Aufteilung
00:33:43: irgendwie.
00:33:43: Ja, auf jeden Fall genau.
00:33:44: Die Klangfarben sind sehr charakteristisch eingesetzt.
00:33:48: Vielleicht
00:33:49: ist das ja ein Moment von roter Faden?
00:33:52: Ich kann jetzt hier vielleicht einfach auch, weil wir schon fortgeschritten in der Zeit sind.
00:33:56: Aber meine Hypothese äußern die ich so ein bisschen auch anhand von der Partitur bestätigen konnte dass sich auch auf motivischer Ebene wenig Spiegelkrebse gefunden habe.
00:34:07: es gibt rhythmische Umkehrungen aber auch selten sind.
00:34:11: also eher sind Parallelitäten da.
00:34:13: und meine Hypothesis deswegen eigentlich war mir am Anfang Dieser Tritonuss als vielleicht zentrales Intervall wichtig, denn der Tritonos ist ja ein unumkehrbares Intervalle.
00:34:26: Weil er die Mitte isst
00:34:28: und hat keinen Kompliment.
00:34:29: Genau wenn man jetzt den Spiegelkrebs im Bezug auf aussterbende Tierarten bezieht dann ist das sehr eigentlich ein Paradox.
00:34:39: Und meine Hypothese die wir jetzt vielleicht so ganz grob anhand dieses formalen Verlaufs zumindest bestätigen können.
00:34:47: Ich habe es heute gestern Nacht in meinen Partiturstudien nicht präziser festmachen können, aber die Hypothese wäre das auch der erste Satz sozusagen schon vielleicht spiegelförmig aufgebaut ist oder zumindest dass die Spiegelung kein Zurück bedeutet sondern dass dieselbe Tendenz dabei rauskommt dass sozusagen eine Umkehr dieser klimatischen Thematik unmöglich ist.
00:35:17: Unterschreibe ich!
00:35:20: Ich würde noch gerne kurz über den dritten Satz sprechen und dafür ist es vielleicht wichtig, einen anderen Aspekt der Komposition anzusprechen, den du auch schon erkannt hast, Hannah nämlich das es einige Wiederholungen gibt.
00:35:33: Der Wahlkommentar also nach diesem quasi klimapolitischen Intro geht dann weiter ein bisschen über die kompositorischen Ingredienzchen.
00:35:46: A course sampling of extinction events, ranging from the spectral echoes of a creaking nineteenth-century piano music on an overgrown path.
00:36:11: Ein Zitat von Janacek To a faulty transcription Zwei Tracingen von einem Star-Map, das die chinese-southernen Nachtschuhe in den neunten Jahrhunderten kapaziert hat.
00:36:34: Diese Zeit bräuchte gegen sich andere in jene verabschiedeten Zeichen.
00:36:39: Flietende Repetitionen sind Pulsationen der Disappearanz und zu den Unwürdigkeiten des Menschen-Memories und ihrer Verzweiflung im Abjekt vergessen.
00:36:49: Genau, also dieser Zersetzungsprozess des Plastiks den sie beschrieben hat und um das Stück kreist übersetzt sie auch in einen Zersetzung Prozess von Geschichte oder von Zeit und ihren Spuren.
00:37:02: Dort benutzt die zum Beispiel eine Aufnahme aus dem achtzehnten Jahrhundert von Klaviermusik oder eben diese Aufnahme des Kawaii-Oh-Oh Vogels Und eine Sternenkarte aus China aus dem neunten Jahrhundert.
00:37:17: Da sieht man... ich mit meinen tonalen Analysen hier auch nur einen kleinen Teil, wenn überhaupt ihres kompositorischen Denkens berührt habe.
00:37:26: und sie verwendet also verschiedene Einflüsse.
00:37:29: Und nennt Sie Zeitspuren die gegeneinander reiben in zersetzenden Zyklen.
00:37:40: Das ist glaube ich ein anderer großer Aspekt dieser Kompositionsweise der dieses Werk bestimmt und den du ja auch schon rausgehört hast in diesen Wiederholungen irgendwie.
00:37:50: Ich fand es gerade spannend, dass du das gesagt hast mit der Sternenkarte weil als wir eben über den Titel des zweiten Satzes gesprochen haben, dieses Retrograde Das ist ja ein Begriff, den kennt man auch so aus der Astrologie Dass etwas im Retro Grade ist.
00:38:03: Und das fand ich schon spannend Weil ich habe mich auch gefragt ob's da auch so einen Bezug gibt also weil Lisa Lim sich ja auch viel auf indigene Kulturen eben bezieht.
00:38:09: und was ich auch spannend fand Du hast ja Jana Check.
00:38:13: Ich habe da auch schon gelesen, dass sie Janacek auch musikalisch zitiert.
00:38:17: Schreibt Sie irgendwo was darüber warum sie ihn wählt?
00:38:19: Ich hab
00:38:20: nichts gelesen ich kann nichts genau sagen aber ich kann mir vorstellen das Janacec ja die Sprache eigentlich zerteilt hat.
00:38:28: also das Konzept der Sprachmelodik ist bei ihm sehr wichtig dass er gesprochenes Wort nimmt und sozusagen in Rhythmen und Sprache übersetzt und das ist vielleicht so ein ähnlicher Zerteilprozess wie Lisa Lim sich hier vorstellt.
00:38:43: Ich habe mich gefragt, vielleicht ist es zu weit gedacht, aber Lisa Lim thematisiert ja schon auch so nicht-menschliche Akteure sehr viel und ich musste ein bisschen an jetzt das schlaue Füchslein denken wo Janacek ja auch einfach viel Tiere als Metaphern nimmt und in Charakteristiken die so zugeschrieben werden also schon auch einen Bezug eben einfach zum Nicht-Menschlichen-Aktör innen.
00:39:02: deswegen habe ich mich gefragt wie sie das da verarbeitet?
00:39:05: Aber vielleicht hören wir das auch noch ein bisschen.
00:39:07: Das hören wir im letzten Satz bestimmt noch, aber es kann sein dass das Teil ihrer Sympathie für Hianacek ist.
00:39:14: In der Partitur wegen dieser Wiederholung sind immer wieder solche Wiederholungsklammern in der Partiture drin wo sich Patterns quasi öfter wiederholen sieben acht Mal und auch zeitlich ein bisschen unabhängig sind und dann wieder Punkte der Synchronisation erreicht werden.
00:39:37: Und das ist vielleicht auch, weil ich den vierten Satz eigentlich fast gar nicht anspielen wollte.
00:39:41: Aber das wäre ein Punkt dem man hier hören kann... Du ja auch schon gehört hast, Hannah.
00:39:46: Im vierten Satz das ist ein Solo von Geige und Snaredrum Und man hört hier auch Lisa Lim beschreibt es in der Partitur als eigentlichen Übeprozess.
00:39:57: Es hat sowas auf dem Weg zur Solokadenz ist aber dann nicht geworden.
00:40:00: Genau da kommt auch immer so einen Abbrechen und dann nochmal üben und noch mal üben.
00:40:05: Das soll sogar ein bisschen interaktiv gespielt werden.
00:40:08: So ne macht das noch einmal besser oder so.
00:40:11: und ganz kurz nur, um das auch mal angespielt zu haben.
00:41:10: Ja also am Anfang, das wollte ich auch zeigen aber am Anfang stimmt er quasi sogar.
00:41:15: Ja genau!
00:41:17: Aber der Rest ist ja aufgeschrieben in der Partitur oder ist es frei?
00:41:21: Das ist aufgeschieben, aber eben auch mit diesem Loop... klammern, dass dann bestimmte sogar nur Teile von einer Melodie irgendwie noch mal gelubt werden und dann geht es irgendwie nach dreimal wieder weiter.
00:41:34: Und dieser Teil heißt also der dritte Teil hieß ja autocorrect glaube ich?
00:41:39: Und der vierte hat welchen Titel?
00:41:41: Der vierte
00:41:41: heißt transmission Übermittlung oder so.
00:41:46: Über diesen Titel habe ich mir ja gesagt, nicht zu große Gedanken.
00:41:50: Ja also es hat mich ein bisschen jetzt gewundert tatsächlich in dem Rest der da so ausdifferenziert und komplex kombiniert ist.
00:41:59: Das wirkte so ein bisschen... Also nicht banal aber es war jetzt... Ich finde es schwer das in so einen inhaltlichen Zusammenhang zu stellen weil was könnte die Message sein?
00:42:12: Da kann man fröhlich rumdeuten, aber hilft nicht viel weiter in dem Moment.
00:42:17: Und dann so ein ... Eigentlich hätte ich gedacht, wäre das vielleicht auch ein Moment gewesen, wo sie diese Zartheit von dem Vogel oder diesen Dialog noch mal intensiver hätte?
00:42:31: Das wär ja der Platz gewesen für einen Juwel.
00:42:35: Ja, aber es hat doch schon ...
00:42:37: Es hat was Intimes und pröbeln das auch.
00:42:40: Pröbelen, was ist das?
00:42:41: Rumprobieren!
00:42:43: Genau, es hat was Pröbeln des.
00:42:45: Es tritt auch von der Inszenierung aus dem Kontext heraus in dem es irgendwie so eine Wohnzimmeratmosphäre plötzlich schafft.
00:42:53: Das ist
00:42:54: etwas Privates ne?
00:42:55: Ja, das ist auch so eine süße Lampe da angegangen.
00:42:58: Insofern kann ich mir vorstellen dass es sozusagen an dieser Stelle bewusst ein Bruch mit den ganzen Kompositionen plötzlich gibt vielleicht ja einen Moment der Einkehr oder... Ich weiß es nicht.
00:43:13: Vorher hatten wir diese sehr zerstörerischen Elemente von Wiederholungen und wo das vielleicht auch fast ein bisschen manisch kam.
00:43:23: Und vor dem Hintergrund finde ich auf jeden Fall den Titel des dritten Satzes, wo wir jetzt vielleicht nochmal kurz reinhören können sprechen da!
00:43:31: Denn du hast schon gesagt Auto Correct.
00:43:34: also nach dieser gescheiterten Umkehr in den ersten beiden Sätzen wenn wir das jetzt mal so annehmen, kommt plötzlich sozusagen autocorrect.
00:43:47: Was soll es aber auch in Bezug auf den Inhalt?
00:43:49: Was könnte das heißen?
00:43:50: Also
00:43:52: ich habe da sofort an technische Verheißungen gedacht.
00:43:55: natürlich dass dieses zerfallende Plastik zerfallende Geschichte Kultur ja vielleicht sogar durch technische Hilfsmittel wieder ganz und heil gemacht
00:44:08: werden kann.
00:44:08: Ich hätte da den fünften Satz erwartet, also das was im fünfen Satz kam hätt ich dann erwartet.
00:44:15: Also dass die Natur sich sozusagen... Ah!
00:44:17: ...das einfach mit Gewalt zurück holt und es gibt den Vogel nicht mehr aber mit Überschwemmung und so.
00:44:25: Die Natur geht dann irgendwie Vermeintlich zugrunde, aber eigentlich ja nicht.
00:44:29: Sondern denkt sich nur so, komm!
00:44:31: Aber vielleicht ist das deswegen auch genau der mittlere Satz?
00:44:33: Weil es eben noch eine Übergangsphase ist.
00:44:35: also ich habe in dem Titel irgendwie jetzt voll auch an so ökologische Nischen gedacht wo sich dann auch so ein Kreislauf erst wieder so finden muss und es wird erstmal wieder ausgetestet auch.
00:44:46: Okay.
00:44:47: Guck mal, da ist viel Platz für Spekulationen auf jeden Fall
00:44:50: bei dem Thema.
00:44:50: Genau, spekulativ und das macht eher das Thema.
00:44:53: Deswegen einen
00:44:54: gewissen Vorbehalt ob wie sich das auch niederschlägt in der Musik, aber vielleicht überdenken wir noch mal weiter und hören den dritten Satz ein bisschen.
00:47:16: Es hat sich verändert in euren Gedanken oder was ist euch aufgefallen?
00:49:40: Wir haben ja in diesem Podcast schon ein paar Mal über Klavier in neuer Musik geredet und ich fand es total spannend weil das Klavierein irgendwie wieder zurück in so eine Tonalität bringt die für mich in diesem Kontext gerade fast so ein bisschen störend war.
00:49:53: also es war als würde ich so in die Realität zurück geholt werden, sobald das Klavier spielt.
00:49:58: Also es war vielleicht auch ein gewollter Effekt aber es liegt natürlich einfach an der Beschaffenheit des Klaviers, aber das ist mir total aufgefallen und ich hatte das Gefühl, ein bisschen sind die Instrumente aus ihren vorherigen Rollen rausgetreten.
00:50:11: also ich fand's immer spannend wenn es so Clusterklänge gab wo dann die Geige sich so ein bisschen heraus erhoben hat.
00:50:16: also das fand ich schon interessant genau aber die Rolle des Klaviers da drin hat mich dann doch immer wieder irritiert.
00:50:22: Ich finde die Musik sehr situativ
00:50:25: Ich
00:50:27: krieg keinen Grip.
00:50:29: Das ärgert mich auch ein bisschen, liegt vielleicht an der Stimmung heute oder so.
00:50:34: aber man kann jetzt auch nicht sagen dass das mehr andert weil dafür ist es zu unruhig.
00:50:40: Es ist einfach sehr unruhhig und dann hier und da passiert da was und dann ist mal kurz wieder schön und dann is'n wieder nicht schön und hier wieder Geräusch.
00:50:49: ich will damit aber keine Wertung abgeben.
00:50:51: also es macht das ganze nicht schlecht.
00:50:55: eine
00:50:56: gewisse Frustration wollte ich eigentlich erst am Ende ausbrechen, auch bei meiner Seite wo ich mich mit diesem Werk versucht habe länger auseinanderzusetzen.
00:51:06: Vielleicht kann man trotzdem sagen was mir jetzt mit so ein paar Mitteln der Analyse noch aufgefallen ist das diese Wiederholung kommt ja tatsächlich selten davor.
00:51:16: also diese Patterns und Loops kommen glaube ich nur an einer Stelle gibt es und ansonsten finde eine Weite erst mal im Vergleich zu den ersten beiden Setzen, wo längere Akkorde gesetzt werden.
00:51:32: Wo es auch irgendwie mal aufgeht und die Geige strahlen kann.
00:51:38: Und der Moment mit dem Klavier ist dann vielleicht wirklich so.
00:51:42: zum Schluss kipptes dann plötzlich wieder und geht wieder in diese Tiefe und an diese Drones und Bass und Bassklarinette.
00:51:50: Insofern habe ich das schon als Atemholen, als Hoffnungsschimmer irgendwie gesehen.
00:51:55: Aber auch eine Vergeblichkeit drin.
00:51:59: Das ist mein Eindruck von diesem Satz.
00:52:02: Mir fällt es total schwer, deine Wertung reinzukriegen tatsächlich.
00:52:05: Ich glaube, man kann bei so einem Thema vielleicht auch über Emotionalitäten was rausholen.
00:52:13: Sonst bräuchte man das Thema ja nicht im Zweifel... Aber es fällt mir einfach schwer, weil ich das jetzt zum Beispiel für mich... kann ich das gar nicht nachfühlen was du sagst.
00:52:23: Weil das für mich so als würdest du mir jetzt sagen ja guck mal da die Dose anfühlst du die Vergebung?
00:52:28: Also ist es irgendwie auch ganz cool!
00:52:32: Das Stück ist ein bisschen sperrig mag ich eigentlich.
00:52:35: Ich weiß nicht ob ich da immer zu viel rein interpretiere aber ich habe auch schon paar Stücke von dieser Lymn live gesehen und ich finde sie sehr beeindruckend.
00:52:41: aber es ist vielleicht eben diese Live-Erfahrungen und eben auch dieses Szenische finde ich immer bei ihr auch auf jeden Fall.
00:52:48: eine Rolle spielt allein so in den Bewegungsabläufen der MusikerInnen.
00:52:52: Aber genau, ich kann mich da schon auf jeden fall so rein denken, rein fühlen.
00:52:56: gerade
00:52:57: Also im letzten Satz bin ich ganz bei euch.
00:52:59: Ja was stellt ihr euch beim Dawn Chorus denn vor?
00:53:02: Bei so einem Stück wo es um Extinction Events und die Plastikverschmutzung und...
00:53:07: Den Abgesang der Vögel im Morgengrauen
00:53:12: Das stellst du dir vor.
00:53:13: Ja, das wäre jetzt das Nahelingende.
00:53:18: Es kommt so ein bisschen drauf an mit welchem Blick sie möchte, dass wir da rausgehen?
00:53:21: Entweder einem optimistischen Blick oder einem sehr abschließenden traurigen pessimistischen Blick.
00:53:29: Ich finde diese Vögel zum Beispiel ... ich bin Fan von Morgendämmerung und das hat sowas beides.
00:53:37: Stimmt!
00:53:37: Das hat sowohl immer einen Moment So ein neuer Tag beginnt, aber ich find's auch immer supertraurig irgendwie.
00:53:45: Und so ist es so einen Moment von ... Man hält so inne und der Tag hat noch nicht angefangen.
00:53:49: Die Nacht ist jetzt aber auch vorbei.
00:53:50: Es ist eine Nichtzeit.
00:53:54: Im Grunde kann ja alles passieren.
00:53:56: Also die Vögel, die wenigen, die noch übrig bleiben werden trotzdem jeden Morgen aufstehen, egal wie blöd der Tag wird.
00:54:02: Deswegen finde ich da steckt auch sehr viel Potenzial drin, genau diese Frage nicht beantworten zu müssen.
00:54:08: Was sehr ambivalentes.
00:54:10: Ja, genau und gleichzeitig superexpressives.
00:54:14: Das stimmt ja.
00:54:15: okay hören wir mal fangen wir mal an können gerne auch beschreiben dass die bühne jetzt zum beispiel
00:54:20: dunkelblau da kommt ein.
00:54:25: wie heißt das denn?
00:54:26: das
00:54:29: heißt schwirrholz
00:54:31: genau
00:54:36: also so einen gestell was man durch die luft schwingen kann wo Seiten drauf gespannt sind, die dann durch die Luftbewegung vibrieren.
00:54:50: Und eigentlich auch wieder so ein Aufgreifen dieser tiefen knarzen, traurigen schäpfernden
00:54:57: Droneklängen.
00:54:57: Jetzt hört sich gerade eher an wie Mücken!
00:55:03: Genau und das sind... Kennt ihr das?
00:55:07: Das sind Kassus.
00:55:09: Also eigentlich so Party.
00:55:12: Was macht du auf
00:55:13: Partys?!
00:55:16: Ich weiß gar nicht wo die herkommen, aber jedenfalls haben mir auch diesmal kann ich die richtige Anzahl sagen.
00:55:25: Zwölf Musikerinnen haben ein Kasu mit dem sie dann so auch einen Rasseln des Rohrblattinstrumenten
00:55:33: sind.
00:55:42: Also wenn ich das hören würde
00:55:43: ... Ich mache ein bisschen weiter nach vorne.
00:56:22: Das geht jetzt in sich beschleunigendem Hin und Her sozusagen Waldhäufeln und den Schwirrbögen, dieses leise Laut.
00:56:31: Das nimmt so ein bisschen Fahrt auf in schneller werdendem
00:56:35: Hin- und Her.
00:57:30: Jetzt kommt wieder eine szenische
00:57:31: Aktion.
00:57:35: Jetzt gehen Musikerinnen mit Waldhäuschen langsam von der Bühne
00:57:42: ins Publikum
00:57:42: hinein...
00:57:46: ...und da knarzen sie
00:57:51: dann eine Weile?
00:57:55: Genau und auf der Bühne sind jetzt verblieben, der Bass das Cello und die Posaune.
00:58:01: Der Bass reibt mit einem Superbowl.
00:59:27: Zu dieser Klangwelt gibt es einen expliziten Bezug den die Komponistin an einer Stelle offenlegt und zwar dieser Dawn Chorus.
00:59:37: du hast es schon gesagt ich wusste das nicht dass dieses quasi Morgen-Konzert der Vögel, so eine Art Phänomen ist das eben kurz vor Sonnenaufgang besonders stark gesungen wird.
00:59:49: Kommt das Dorfkind in mir raus?
00:59:53: Wir haben schon gesagt die Bühne ist blau geworden und das hat glaube ich den Hintergrund dass dieser Lim sich von einer quasi Entdeckung hat inspirieren lassen, die diesen Morgengohr auch Unterwasser bei Fischen aufgenommen
01:00:08: hat.
01:00:09: Und das klingt so.
01:00:37: Das klingt ja wie das Ende.
01:00:40: Was ist das?
01:00:41: Was hören wir da in
01:00:42: selbst direkten Bezug?
01:00:44: Wir hören tatsächlich Aufnahmen, ich weiß nicht genau, wie man unter Wasser aufnimmt, ob man es dann auch verfremden muss... ...in der Nähe von Port Hadlandshore.
01:00:54: Ja West Australien!
01:00:56: Das klang aber krass.
01:01:00: Fische reden ja aber auch miteinander, das ist total spannend.
01:01:03: Genau hier kommt auch rein was du schon gesagt hast dass sie sich mit so Erfahrungsweisen anderer Lebenswesen befasst und der Bezug ist ja unüberhörbar.
01:01:15: wenn ich noch mal ein bisschen weitermache hier
01:01:20: Ja krass!
01:01:30: Ist auch ein bisschen banal.
01:01:31: erstmal die Idee also weil es cool Super cool, aber die Frage ob wir dazu viel reindeuten und zu viel erwarten weil so ist das ja erstmal cool.
01:01:44: Genau ich habe mich das auch gefragt.
01:01:46: für mich hat es so eine Tür geöffnet nochmal dass natürlich diese analytischen Ansätze wahrscheinlich auch irgendwo zutreffend sind sie auf einer Weise arbeitet Aber für Sie glaube ich so eine gefühlsebene oder vielleicht eine somatische Ebene oder physische Ebne Auch ganz entscheidend ist Und das bringt vielleicht noch mal eine andere Ebene rein, um über dieses Werk gleich auch nachzudenken.
01:02:11: Ja
01:02:12: es hat auch einfach so was Collagenartiges aber das habe ich auch das Gefühl ist einfach einer der Techniken die sie viel benutzt und ich finde es eigentlich schön weil wenn man eben nicht menschlicher Akteur in einen Ernst nimmt Es ist ja eigentlich spannend zu sagen Ich übernehme das was ihr schon macht und versuche nicht jetzt aus menschlichen Perspektiven dem schon wieder irgendwie etwas Neues aufzuerlegen.
01:02:33: also ich glaube dass ist ein bisschen dieses Natur gebunden Sie einfach sehr stark verarbeitet.
01:02:40: Ja, also ich kann mich jetzt irgendwie gerade auch nicht ganz entscheiden ob ich das jetzt dramatisch finden soll oder nicht.
01:02:45: Also des Ende... Das hat natürlich eine totale Dramatik aber ist irgendwie auch ein bisschen wie soll ich sagen überheblich als Mensch so einem ziemlich natürlichen Geräusch direkt so eine krasse Bedeutung vom Weltuntergang zuzuschreiben.
01:03:01: Und vielleicht wollte sie das auch gar nicht, aber erst was dieses Stück hinführt mit diesem Titel könnte man schon drauf kommen.
01:03:08: Aber fände ich jetzt unpassend wenn man es tun würde.
01:03:10: Sie macht das ja nicht explizit, aber da stecken bestimmt noch andere Sachen drin die wir dann nicht gesehen haben und so.
01:03:18: Ich kann mich bei dem ganzen Stück tatsächlich nicht entscheiden, ob ich da jetzt irgendwie eine Message mitnehmen soll oder einfach nur zuhören.
01:03:26: und es ist auch okay dass ich nicht mehr tue.
01:03:28: Das ist vielleicht auch die offene Frage mit der wir rausgehen?
01:03:32: Ich meine man kann's auch einfach so interpretieren das sie dem quasi einfach die Bühne gibt.
01:03:36: Ja ich bin endlich hin- und hergerissen.
01:03:38: also ich hatte irgendwie so verschiedene Hypothesen nachem hören und dachte dann ah die Partitur schön da findet mir was und ich habe aber nichts gefunden vielleicht einfach auch wegen dieser Kompositionsweise.
01:03:53: Und da komme ich einfach nicht ran, wie sie das gemacht hat und das muss man vielleicht auch nicht.
01:03:58: Aber so im klassischen Sinne zu analysieren dass die musikalisch dort Aussagen trifft ist glaube ich nicht möglich.
01:04:07: Ist ja auch erst mal ganz gut vielleicht oder?
01:04:09: Ja genau!
01:04:10: Das kann man gut finden.
01:04:12: Das macht aber eben diese thematische Ebene, die sich aufmacht hüllt es wieder ein bisschen aus wo man sich fragt Wo ist denn der Bezug dann?
01:04:22: Diese Frage, die mich immer bei solchen Programmkompositionen, bei Programmmusik beschäftigt.
01:04:31: Also es ist nur ein Wort was uns dazu bringt hier eine Stunde über dieses Werk zu reden.
01:04:37: oder ist das irgendwie auch etwas für diese Musik entscheidend?
01:04:40: und da ist dann diese Ebene, die wir zum Schluss nochmal jetzt aufgemacht haben aber finde ich schon auch stark weil's in mir schon starke Berührungspunkte gibt in den emotionalen Verhaltensweisen, die ich gegenüber diesem Thema habe.
01:04:56: Also ich kann mich in diesen Drones total wiederfinden wo sowas wie Groll und Ohnmacht und Ausweglosigkeit, Doomsday Gefühle drin stecken aber irgendwie auch wenn sie dann zum Schluss hier wird das Kontra vor Gott noch zusätzlich verlängert mit einem Ein Meter zwanzig langen Rohrstück, um wirklich eben an die Grenze des menschlich-hörbaren zu kommen.
01:05:22: Und sozusagen nicht in der Höhe oder irgendwie eine Erlösung von AutoCorrect geht es voran sondern nach unten hin ist das auch offen.
01:05:32: also irgendwie... Die Auswege sind nicht so klar in einem Triumph oder in solchen Dingen, sondern plötzlich gibt es diese anderen Realitäten.
01:05:43: In der Fischwelt im Meer, im Ozean, der bedroht ist und insofern ist das schon dann auch nicht ganz einseitig und nicht irgendwie aufgeklatscht dieser Diskussion den Musik gegenüber, sondern sie findet da schon, finde ich Klänge mit denen man sich sehr gut in Beziehung setzen kann.
01:06:02: Ich glaube, man kann das Stück auf jeden Fall aus so einer Spezizismus kritischen Brille lesen.
01:06:06: Und ich glaube, das ist letztendlich auch das was sie da gemacht hat mit ihrer Collage-Technik und die Fragen, die wir jetzt eben aufgeworfen haben, die bleiben vielleicht doch einfach
01:06:14: offen.
01:06:16: Was ja Gutes.
01:06:18: Ich finde das Thema echt schwierig.
01:06:20: Vielleicht ist es ja auch so der Moment warum du da dran bist?
01:06:23: oder warum sich das nicht loslässt.
01:06:25: Aber ich finde es total banal wirklich, zu sagen wir haben so einen großen Planeten und dann schreibt man jetzt so ein Stück ... Das werfe ich jetzt nicht Lisa Lim vor aber es ist als Idee irgendwie eine Sisyphos-Arbeit.
01:06:39: also zu sagen ich stelle vielleicht auch Dinge da oder hole sie noch mal in die Oberfläche, die es nicht mehr gibt und für die man selber als Mensch verantwortlich ist oder mitverantwortlich is.
01:06:48: und diese Frage hatten wir schonmal bei einem Thema erinnert ihr euch?
01:06:50: Dass man sich fragt okay ist das nicht eigentlich so ne Hybris
01:06:53: Genau.
01:06:54: Das einfach noch mal zu bringen und dann so klatschen alle und gehen weintrinken, also kann man das jetzt überhaupt noch machen?
01:07:01: Oder ist es eine Art um Awareness zu erreichen?
01:07:04: Also ich finde bei dem Stück ganz okay dass mir nicht so sehr krass der Weg gewiesen wird was ich jetzt fühlen soll wenn ich so ein stück über so ein thema höre.
01:07:12: das finde ich an dem ganz gut weil da gibt's auf jeden fall viel plattere annäherungen.
01:07:16: genau dieser moralismus ist unverständlich.
01:07:19: ja ja genau aber dennoch findest schon Ich weiß nicht, ob sie sich einen Gefallen damit getan hat, Einblick zu geben wo war es herkam oder nicht.
01:07:28: Was haben wir dann davon?
01:07:31: Wir können das jetzt sagen aber für mich gibt's keinen Erkenntnisgewinn in so einem Übermaße sondern ich weiß das jetzt aber machts nur weniger ästhetisch und mehr biologisch und damit mehr in eine Richtung die man wegdiskutieren kann.
01:07:46: Ich weiß, was du meinst.
01:07:46: Aber ich glaube, ich sehe das anders.
01:07:48: Ja?
01:07:48: Auch einfach weil... Das, was sie ja macht ist auch eine kuratorische Arbeit und komponieren ist ja ein Handwerk Und ich finde es eigentlich spannend dass sie uns zwei so spezifische Beispiele aus der Tierwelt jetzt zum Beispiel mitbringt und die so verarbeitet.
01:08:00: und ich glaube das ist eigentlich ein guter Anlehrungsversuch an dieses Thema eben nicht immer das große zu sehen oder immer zu versuchen da alles abzudecken sondern es ist in dem Fall nur kuratorischer Arbeit durch ihre Brille als Komponistin und ich meine wir haben jetzt in den letzten Folgen viel über den Werkbegriff in den Schaft geredet.
01:08:16: Und ich habe das Gefühl, sie reflektiert das inherent kritisch und ihre Rolle innerenkritisch und teilt eben die Autor-Innschaft mit nicht menschlichen Akteuren.
01:08:26: Ich glaube man kann da vielen natürlich rein interpretieren aber ich finde es eigentlich im Vergleich vor allem jetzt mit den ganzen anderen Klimawerken wie wir gehört haben.
01:08:33: Ich find dass ein sehr spannendes Beispiel ist mich jetzt musikalisch für den gesamten Umfang des Stückes fesselt.
01:08:40: Kann ich noch nichts sagen?
01:08:41: Ich hab's auch noch nicht live gesehen!
01:08:42: Aber an sich finde ich einen spannenden Ansatz.
01:08:45: Aber mich reizt dieses Thema so, weil eigentlich finde ich ist das ein Beispiel für viele Diskussionen die immer schon und gerade wieder um Musik und Politik geführt werden.
01:08:57: Also diese Aktivismus in Musik oder... Und das ist ja finde ich eine entscheidende Frage wie man mit Musik umgehen kann um was zu sagen?
01:09:10: Da stimme ich dir schon zu dass es einem guten Sinne ambivalentes dieses Stück oder offen irgendwie.
01:09:19: Das ist doch ein schönes Ende, die Fragen bleiben!
01:09:23: Gut
01:09:24: ja vielen Dank fürs zuhören bei dieser Folge fünfzehn des Musiktexte.
01:09:27: Podcast über Lisa Lim's Extinction Events and Dawn Chorus.
01:09:31: ich hoffe ihr hattet Spaß an unserer Diskussion und unseren Versuchen dieses komplexe und vielschichtige Werk zu deuten mit unseren vielleicht mehr oder weniger zutreffenden Mitteln.
01:09:45: Jetzt kommen wir wieder zum Türöffner des Monats, ich möchte euch heute Impuls neue Musik vorstellen.
01:09:51: Impuls Neue Musik ist ein Förderprogramm für Konzerte, Festivals, Musiktheater und ähnliche Projekte.
01:09:56: Die Bedingung ist nur der kulturelle Austausch zwischen dem deutschsprachigen und dem francophon Raum muss im Mittelpunkt stehen.
01:10:02: Mehr Infos findet ihr online unter Impulsneumungmusik.com und die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum ersten Mai!
01:10:09: Und jetzt kommen wir zu unserem Musik-Tipp, der von Tine Cortamant gestaltet wurde, die auch den Jingle dieser Folge gemacht hat.
01:10:18: Mit sehr direktem Bezug zu unserem Thema fällt er heute ein bisschen anders aus...
01:10:23: Ich bin als Visual-Artist und arbeite in der Mix zwischen Visual-Arten und Musik.
01:10:45: Ich zeige
01:10:56: euch einen Projekt, den Sustainable Music Making.
01:11:01: Mir ist mein Freund und ich haben unsere eigenen Instrumente
01:11:06: gebaut.
01:11:06: Das war supposed zu sein elektronisch, aber nicht.
01:11:11: Wir wollten Musik kreieren in eine gestaltete Weise, aber ohne unsere Signatur zu verlieren.
01:11:28: Dieser Sound hier ist jetzt von meinem neuen Instrument.
01:11:33: Ich nenne es Danish and Tinnelau.
01:11:35: Er wurde aus alten verabschiedeten Materialen gebaut.
01:11:43: Klatschen, sawing
01:11:45: Maschinen,
01:11:46: dünne Kanten
01:11:47: und so weiter.
01:11:54: Mir und mein Freund haben entschieden um die Klima-Theme in einer positiven Weise zu investieren.
01:12:11: Um Menschen zu erzählen, ob Naturmelodie für sie sehr wichtig ist und wir diese Erinnerungen auf Songs verändern.
01:12:20: Ich habe mit diesem Thema für mehr als fünfzehn Jahre gearbeitet das Klimat-Theme, ohne die Schmerzen.
01:12:38: Und ich wollte den Klima mehr auf der Erde verändern und nicht so abstraktiv sein, damit du eigentlich denkst,
01:12:51: dass
01:12:53: man etwas ändern kann.
01:12:54: Wenn du eine tiefe Verbindung zu Natur hast, fokussierst du... the things you're gonna miss and then it's easier to change your habits, to change actions I believe.
01:13:20: If i was tell u about a memorial experience of my own in nature... ...I would
01:13:27: tell
01:13:27: u about me chasing the sunrise.. ..i've been trying to find out what the sunrise sounds like.
01:13:41: One night I was parking the car next to an old farm house and it was in the middle of a night, very dark but in the windows there were this very golden and cozy light.
01:13:57: And when I walked down that path off the forest a very narrow path i could smell the sea and feel the heavy dew kruppen Träume und Brötchen.
01:14:15: Und es war nur eine Silence auf dem Meer.
01:14:21: Ich sah die Sonne riechen, und nach der Konzerte, der Show, was ich nenne, ging ich zurück zu meinem
01:14:29: Auto.
01:14:29: Dann
01:14:31: war das Farmhaus total verabendet.
01:14:38: Die Wiener waren schlau.
01:14:45: Es gab tolle Nässe.
01:14:47: Blocking die Frontdauer.
01:14:50: So sah es, dass nicht mehr viele Leute da waren für eine sehr lange Zeit.
01:14:56: Jahre, vielleicht Jahre.
01:15:00: Und was ich gedacht
01:15:01: habe war... ...die LED-Lampen
01:15:03: in dem Haus... ...wurde im Grunde der Sonnreise Gold und Glöck... ...verkürzt in der Reflexion von den Fensteren.
01:15:11: Es war sehr romantisch, mysteriös wie witchcraft.
01:15:20: Was ich dir empfehlen werde, ist, in der Dunkelheit nach dem Meer zu sitzen und wohnen für den Sonnenreis zu gehen.
01:15:34: Und auf die Sonne zu hören.
01:15:37: Das nennt sich Taktile-Listung, weil ich fühle, dass wenn du außenlängst, nahe deiner Bedeutung in der sehr distanzten Höhe des Horizons.
01:16:04: Damit sind wir am Ende einer weiteren Folge Musiktexte Podcast.
01:16:08: Wir freuen uns über Lob, Kritik, Anregungen, Rückmeldung an infoatmusiktexte.online, abonniert unseren Newsletter und unseren Podcast überall wo ihr ihn hört – und eine schöne Frühlingszeit!
01:16:21: Bis zum nächsten Mal.
01:16:22: Tschau!
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