MTP 18 Vom inneren Erforschen. Mit Aline S. Müller

Shownotes

Aufnahme vom 17. Juli 2026

Sommerfolge. Special Guest: Aline Sarah Müller https://www.alinesarahmueller.com

Jingle und O-Töne: Jiaying He: "Peekaboo" (2025) https://www.hejiaying-composer.de

O-Töne von Zara Ali https://zaraali.de "thermo_doxa" (2024) für Klarinette, Bratsche und Schlagzeug sowie Elektronik, gespielt von ensemble mosaik

Wir bedanken uns bei Aline, Zara und Jiaying für Ihre Beiträge zu unserem Podcast.

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Der Podcast ist ein Projekt des MusikTexte e.V. im Rahmen von MusikTexteOnline

Transkript anzeigen

00:01:03: Herzlich willkommen zum Musiktexte-Podcast.

00:01:05: Eine Sommerausgabe steht bevor.

00:01:08: Mein Name ist Hannah Fink, ich bin Musiktheoretikerin und Musikwissenschaftlerin.

00:01:13: Ich arbeite in Köln unter dem Ruhrgebiet Und mit mir sitzen hier wieder...

00:01:17: ...Hannah Otto!

00:01:18: Ich bin Sopranistin und Musikwissenschaftlerin ebenfalls aus Kölnen.

00:01:22: Wer hier heute nicht mitsitzt, ist Karl.

00:01:24: Weil er schon in der Sommerpause ist.

00:01:26: Aber wir haben uns einen ganz besonderen Gast eingeladen, nämlich Aline Sarah Müller.

00:01:31: Aline vielleicht stellst du dich auch einmal direkt vor?

00:01:35: Ich bin Komponistin und wohne derzeit in Köln habe davor im Bern in der Schweiz gelebt.

00:01:41: Alina ist Kompionistin – und du spielst auch Geige soweit ich weiß!

00:01:45: Du hast an der Hochschule in Bern studiert und bist aktuelle Masterkomposition bei Oksana Umelschuk oder Brigitte Muntendorf.

00:01:53: Du hast letztes Jahr den Band Alois Zimmermannenpreis der Stadt Köln bekommen, du warst auch schon mal sozusagen zu Gast bei Musiktexte online, du hast nämlich letztes jahr einen Selbstlop bei uns veröffentlicht und du bist außerdem auch noch Managing Director von der Schweizer Musikedition und sogar im Beirat vom Podium Gegenwart des deutschen Musikrats.

00:02:17: Ganz ganz toll dass du heute da bist!

00:02:21: Wir sprechen heute über ein Thema, was dich am meisten von uns drei hier betrifft.

00:02:27: Nämlich das Komponieren beziehungsweise den Prozess des Komponnierens.

00:02:31: und ich würde vorschlagen wir fangen mit einem Stück Musik an!

00:02:34: Wir hören Thermodoxer von Sarah Ali Wie hat diese Musik auf euch gewirkt?

00:05:25: Für mich hatte es fast so Elemente von einer Schwarmintelligenz.

00:05:29: Ich habe mich die ganze Zeit gefragt wie bestimmte Sachen getriggert werden.

00:05:34: Also weil man, ich habe am Anfang gar nicht auf die Instrumentierung geguckt und dann kam mir immer mehr Stimmelemente.

00:05:40: Und dann hab' ich mich immer gefragt wie wird die Elektronik getriggert vor allem die Punkte wo eben Stimme verarbeitet wird?

00:05:47: Ich hatte irgendwann das Gefühl dass es so in Zusammenhang mit der Klarinette passiert ist.

00:05:51: Ich fand es sehr beeindruckend diese erste paar Minuten zu hören Weil es hat so sehr... Man fand nichts was ein bisschen collagenhaft weil immer wieder Geräusche kamen, die ich aus dem Alltag kenne.

00:06:06: Zum Beispiel diese Serien oder auch das Party-Sounds.

00:06:16: Ich dachte dass es mit Tape war, dass er so organisiert wird und die Musik hat mich auch sehr an kleine Kreaturen erinnert, die irgendwo rumtummeln und es hat auch fast was ein bisschen Geheimnisvolles für mich Oder auch Unheimliches?

00:06:35: Also die Vögel hab ich gehört, das mit der Collage.

00:06:37: Ich kann das verstehen... Das war ein bisschen verschränkter als Collage.

00:06:44: aber ich versteh nur im Moment weil man hat immer wieder sehr viel verschiedenes Material gehört fand ich also ich habe auch Vögel gehört dann hat man einmal so sehr präsent Trommeln gehört so weiß ich nicht Bongus oder sowas.

00:06:55: Dann kam dieser Gesang Tunte das aber so ein bisschen.

00:06:59: Dann wurde es auf einmal klar, okay, das ist die Elektronik und dann kamen immer wieder Wiederholungen.

00:07:05: Ich finde, dass hatte auch eine Sogwirkung Aber das ging nicht in einem durch Sondern das hat so verschiedene Teile irgendwie.

00:07:12: Und ja wenn ich habe euch nach der Wirkung gefragt.

00:07:17: Also ich finde, das wirkt so dicht.

00:07:22: Ich glaube, dieses vielleicht was wie wir auch so gespürt haben mit dieser Schwarmintelligenz, oder?

00:07:28: Also ich finde man hat das Gefühl es bewegt sich um einen herum irgendwie.

00:07:32: Es kann schon so ein Tendenz einen auch so einzusaugen oder eins vonnehmen.

00:07:36: ja

00:07:38: also was wir gehört haben war Firma Doxa von Sarah Ali.

00:07:42: Das ist für Klarinette Bratsche Schlagzeug und Elektronik geschrieben.

00:07:47: Und jetzt zwei Jahre alt und wurde aufgeführt.

00:07:51: Und vielleicht sage ich ganz kurz was zu Sarah Ali.

00:07:53: Sarah Ali ist in den USA geboren und hat da an der Columbia University Musikkomposition studiert, aber auch Anthropologie- und Philosophie.

00:08:04: Sie ist dann nach Deutschland gekommen auf Einladung von Marc Baden und hat dann an der Hochschule für Musik Detmoll studiert und dann auch in Frankfurt.

00:08:13: Sie war Jemarteilnehmerin, also Composer in Residence heißt das Jahr bei der Internationalen Assemble Modern Academy im Jahr.

00:08:26: Jetzt ist natürlich die spannende Frage, die sich alle Leute – na ja fast alle!

00:08:30: Die man sich stellt wenn man jetzt wie wir als Musikforschende als Musikjournalisten und Journalistinnen vielleicht auch hoffentlich in den meisten Fällen interessiert, was denn passiert ist damit wir am Ende jetzt dieses Werk hören.

00:08:51: Was es passiert, damit wir diese fünf Minuten Ausschnitt jetzt hören?

00:08:54: Und wir bleiben einmal kurz bei Sarah Ali und hören uns vielleicht ihr eigene Antwort einmal darauf an, was der Startpunkt bei ihr ist wie sie komponiert.

00:09:08: Ich denke,

00:09:08: dass es immer in den vergangenen Jahren kommt.

00:09:12: Zuerst sehen wir die Ressourcen für das Projekt und dann starten die Ideen fast sofort, wenn jemand auf mich mit einer Idee kommt.

00:09:22: Wenn da ein Singer ist, dann haben wir Charaktere.

00:09:26: Die Konzepte werden wirklich geändert.

00:09:29: Aber generell... Wenn ich denke, dass ich in der größeren Picture zoomiere, bin ich wirklich connectiert mit dem, was passiert bei mir und was ich natürlich für eine lange Zeit interessiert habe.

00:09:42: Das ist eine große Bedeutung für mich.

00:09:47: Es ist schwer zu sagen, dass es ein starting Punkt ist.

00:09:50: Aber ich denke, wenn ich in der Universität studiere, habe ich auch an Kolumbien, Anthropologie und Philosophie studiert.

00:09:57: Und viele Fragen waren von meinen Studierungen.

00:10:01: Und weil diese Fragen waren, sind sie Fragen, die ich einfach zurückkomme.

00:10:04: Ich glaube, das hat einen großen Influenz auf mich.

00:10:09: In der dritten Person, also eigentlich nicht die erste Person.

00:10:13: Aber in der driten Person, was ist es für mich zu sein in dieser besonderen Position ich bin?

00:10:19: Was ist es um ein Telefon mit den Chat-GPT aufzunehmen oder so Sachen wie das?

00:10:24: Es könnte einfach spontan in meinem Kopf aussehen und dann manchmal bin ich verabschiedet von diesem Idee und manchmal nicht.

00:10:31: Also das Thema,

00:10:32: das ich wähle, wird komplett die Soundwelt generieren.

00:10:35: So, das Thema kommt erst und dann komplett die Welt total generiert.

00:10:41: Ja, fragen wir doch jetzt endlich mal Aline.

00:10:44: Weil wir müssen es doch jetzt ausnutzen, dass du da bist.

00:10:47: Resoniert das mit dir und deiner Arbeitsweise?

00:10:50: Kannst du das total nachvollziehen oder arbeitest du ganz anders?

00:10:54: Also geht mir tatsächlich sehr ähnlich.

00:10:56: Ich glaube bei mir gibt es auch so wie zwei Ebenen.

00:11:01: die eine Ebene sind die Interessen, die mich grundsätzlich irgendwie interessieren in meinem Alltag als Menschen dieser Gesellschaft neue Phänomene etc.

00:11:14: Und dann ist die andere Ebene, die dann schon je nach Projekte unterschiedlich ist.

00:11:20: was sie auch meinte Ist die Instrumentation gibt es Ressourcen wie Elektronik Wie viele Musikerinnen etc.

00:11:32: und das definiert dann die Idee noch viel genauer.

00:11:36: Anna konntest du denn was damit anfangen?

00:11:39: Total.

00:11:40: Aber ich fand es auch spannend, weil wir haben nach dem Ursprung gefragt.

00:11:44: Und irgendwie ging's nie so richtig an den Ursprungen.

00:11:46: Weil das ist dann immer ... Welche Fragen und Themen bleiben im Kopf?

00:11:50: Ist vielleicht die Frage, ob man das überhaupt festsetzen kann oder sagen kann, da kommt jetzt eine Idee wirklich her.

00:11:59: Oder ob es nicht eher eben so ein bisschen das Marinieren im eigenen Gehirn ist bis man irgendwann merkt, okay, dass ist immer noch da!

00:12:05: Das verstärkt sich irgendwie.

00:12:07: Das fand ich spannend.

00:12:08: Ich weiß nicht, was ich erwartet habe.

00:12:10: Aber wir haben ja im Vorhinein auch ein bisschen darüber gesprochen, dass viele aus ihrer Praxis oder ihrem Prozess auch absichtlich einen Mysterium machen.

00:12:18: in der Geschichte der Komposition hört man ja häufiger.

00:12:21: Das hat gesagt nicht mal meine eigene Professorin oder Professor hat mir gesagt wo fängt er oder sie an?

00:12:27: Also finde ich irgendwie eine spannende Frage was vielleicht noch davor käme.

00:12:32: Ich glaube es gibt ja auch so bestimmte Gar nicht Klischees, aber so historisch gewachsener Herangehensweisen.

00:12:40: Also wenn man auch Interviews liest mit Komponisten oder Komponnistinnen dann kommt bei manchen Interviews immer noch die Frage komponieren sie am Klavier?

00:12:52: So das scheint auf jeden Fall sich durchgesetzt zu haben dass die gleiche Frage die Mozart und Beethoven vielleicht gestellt wurde jetzt immer noch dann auch unseren Kompонistin heute gestellt wird.

00:13:03: Da hat Sarah jetzt zum Glück nicht angefangen, sondern sie hat eigentlich mit Ideen im Kopf angefangen und natürlich mit den Rahmenbedingungen.

00:13:10: Und klar du hast schon recht Hannah das ist ein sehr sensibles Thema weil man möchte natürlich nicht zu viel verraten wie man an Sachen herangeht aber ich glaube dass es gerade bei Komposition ja doch Im Endergebnis die Schritte vorher die zu diesem Ergebnis führen total wichtig sind oder sein können für so ein Verständnis.

00:13:35: Also, wenn jemand einen Stück schreibt um zu sagen ich möchte ein Instrument erkunden dann ist so klar okay ich habe mein Instrument ich schließe mich ein und dann probiere ich was aus oder ich recherchiere Wenn ich eine Idee habe selbst wenn ich Besetzung und formale Kriterien habe wenn ich so ne Idee habe Dann bin ich damit ja leg' ich dann erst mal los.

00:13:53: Und dann ist hier die spannende Frage wie macht man das dann weiter?

00:13:55: Aline hast du vielleicht für uns ein Beispiel?

00:13:58: Kannst du uns einen Einblick geben, wie du an so ein Stück dann ran gehst?

00:14:01: Wenn du jetzt zum Beispiel klar ist die Besetzung und Länge- und Dauer- und Aufführungskontext.

00:14:07: Vorher möchte ich noch mal kurz was zu diesem Mysterium sagen über den Arbeitsprozess.

00:14:12: Weil ich finde es ziemlich spannend weil... Ich weiß nicht ob das der Grund ist dass Komponierende das nicht offenlegen würde.

00:14:20: Ich glaube schon dass Menschen dazu sehr auch sehr offens sind, dass ziemlich klar Transparenz zu erzählen.

00:14:27: Ich glaube eher, dass es einfach sehr schwierig ist das so extrem genau zu transportieren weil natürlich ist schlussendlich ist es ein kreativer Prozess und da sind teilweise so schwierig zu sagen von wo kommen die Ideen?

00:14:43: Weil es nicht eine Schreibtischarbeit ist, wo man immer jeden Arbeitsschritt genau irgendwie für jeden Arbeits- schritt Protokoll führt.

00:14:53: auf deine Frage, die du mir jetzt gestellt hast zurückzukommen.

00:14:56: Ich versuch das so transparent wie möglich zu machen aber es ist auch irgendwie schwierig darüber da so genau zu sagen weil Sachen vergessen gehen oder sich zeitlich vermischen mit anderen Projekten oder mit meiner Lebenssituation und Interessen sonst dass nichts mit dem Komponieren zu tun hat.

00:15:17: Ein Beispiel ist ein Stück für Synthesizer.

00:15:30: Das wird Anfang September aufgeführt.

00:15:35: Und das ist insofern ein spannender Arbeitsprozess für mich, weil das Konzert ist so ein zweitgeteiltes Konzern.

00:15:44: Zuerst gibt es die Uraführung... zu einem Thema, wo ich mir selber aussuchen konnte.

00:15:51: Ich habe mich dafür mit Tina Wächter, das war eine Zauberin-Hexing in den Olden gelebt hat.

00:16:01: Das ist ein kleines Dorf in der Nähe, wo wir aufgewachsen sind und da gibt es eine Sage dazu.

00:16:06: Und so diese Sage findet man eigentlich nicht zu viele Informationen freizugänglich zum Beispiel im Internet.

00:16:14: Und ich hatte dann die Möglichkeit mehr eine Wissenschaftlerin auszusuchen, die dann wie den Zeitenteil des Abends gestaltet und gleichzeitig also wenn ich irgendwie was komponieren Röscherche macht.

00:16:28: Und habe dann da mit einem Historiker Georg Modester mich zusammen getan wo er zeitgleich in die Archive gegangen ist um mehr über diese Medizin herauszufinden.

00:16:46: angefangen Musik zu, ja im Grunde wahrscheinlich hört man die Musik jetzt zuerst im Kopf oder hat zuerst die Ideen.

00:16:52: Folgst du da einem Gefühl und fängst dann an und hast schon so ein Bild?

00:16:56: Und eigentlich alles danach ist nur noch ausformuliert?

00:16:58: Oder wächst das je mehr Du erfährst und je mehr du mit den Forschenden sprichst?

00:17:03: Beides!

00:17:03: Also ich würde nicht sagen ich höre präzise Musik sondern ich habe vielleicht mehr so einen Gefühl für die Komposition.

00:17:12: Ich weiß ziemlich... schnell und ziemlich klar was ich damit ausdrücken möchte, wie das die Klänge wirken sollen aufs Publikum.

00:17:21: Auf mich selbst.

00:17:23: Und dann kommt dann eher so genauere Klangvorstellungen.

00:17:29: Also ich habe das Gefühl mein Kompositionsprozess endet sehr in einem Zwiebelverfahren.

00:17:37: also ich beginne nicht sehr weit außen und mit jedem Prozess zum Beispiel auch wenn ich jetzt mehr über diese Legende von Mezina Rechte erfahren habe, kann ich so eine Haut wieder wegnehmen und das alles wird konkreter bis dann eigentlich schon endlich die fertige Partitur darstellt.

00:17:57: Ich muss sagen, ich finde das Framing super spannend.

00:17:59: Also sehr vom Musikfestival Bern dass die dieses Format haben wo sie eben eine komponierende Person einladen und dann sagen du darfst dir jetzt ein Thema aussuchen und eine Wissenschaftler

00:18:08: innen

00:18:09: Und ich kann ja an der Stelle auch offen legen Du durftest dir auch die Musikerin aussuchen Und ich freue mich sehr das Stück im September aufzuführen.

00:18:16: Deswegen habe ich ja auch viel von dem Prozess jetzt mitbekommen und ich muss sagen ich finde es einfach auch ein superspannendes Framing.

00:18:22: also alleine schon in der Kuration dieses Festivals könnte man ja sagen dieses Prozesses damit ja auch offen gelegt wird, weil wir an dem Abend oder das Publikum am Abend auch den Wissenschaftler dazu kennenlernen und dadurch noch mal mehr die Hintergrundinfos mit denen du gearbeitet hast.

00:18:40: Ich konnte da auswählen wie ich das gestalten möchte.

00:18:42: Ich habe mich für diese Zweiteilungen entschieden, weil ich Lust hatte ein etwas... zu kreieren, das so einen ganzen Rahmen hat und nicht immer wieder durch Erklärungen unterbrochen wird.

00:18:58: Weil ich nicht ... Ich wollte keine Lecture-Performance machen.

00:19:02: Und auch nicht mich an dem annähern.

00:19:05: Ist es dann das erste Mal, dass du so wissenschaftliche historische Erkenntnisse in deine Arbeit einfließen lässt?

00:19:12: Oder ist das sowas was du schon einmal gemacht hast?

00:19:17: Es ist schon ein Thema, was mich sehr inspiriert.

00:19:20: Anfang dieses Jahres wurde ein Stück von Musikfabrik aufgeführt, wo ich mich mit Unterwasserlärm beschäftigt habe.

00:19:29: Ich verarbeite sehr oft soziale Themen in meinen Kompositionen.

00:19:35: Genau das heißt es ist nicht das erste Mal, dass die Inspiration sehr oft kommt also irgendwelchen wissenschaftlichen Themen.

00:19:41: Aber es ist schon das erste mal, wo halt die Ressourcen da sind für jemand der wirklich sich tagtäglich nur mit dem beschäftigt und auch das Wissen hat, wie recherchiere ich zu einer Person, wo es einfach keine nicht viele Infos gibt.

00:19:59: Genau ist das erste Mal, wo ich so nahe mit jemandem zusammenarbeiten und das ist neu um das hat schon auch... Ich würde sagen, es hat den Kompositionprozess schon auch stark beeinflusst beispielsweise der Text.

00:20:11: also am Anfang.

00:20:14: Ich hatte sehr lange nicht so eine klarer Vorstellung für den Text, was ich da genau gesungen werden soll.

00:20:19: Weil ich nicht wusste, soll ich jetzt Richtung Fiktion gehen und Selbstwasser finden oder soll ich etwas von den Quellen nehmen?

00:20:25: Aber es gibt ja wirklich nicht wirklich Quellen!

00:20:28: Und dann hat aber der Historiker in dem einen Archiv ein Urfeder gefunden...

00:20:39: Was ist das?

00:20:40: Urfäde.

00:20:41: Das wurde anscheinend Ende des Endevierzehntens Jahrhundert.

00:20:48: Das wurden früher teilweise bei Prozessen gemacht, da musste die angeklagte Person wie schwören jetzt in diesem Fall dass Medziner Wächter nie mehr ein Fuß auf den Olden, oder nie mehr sich in Olden befinden wird.

00:21:05: Dass Mezina Wächter nach der Verurteilung die Stadt verlassen wird dafür wo ihr seht zum Beispiel sind nicht ungebracht.

00:21:13: Glück gehabt!

00:21:15: Und dann habe ich mich dazu entschieden Text aus dieser Urfäde zu nehmen und das hätte ich ohne die Röscherche von Gjörg Mordesse nicht gekonnt weil diese nicht und im Internet finden.

00:21:32: Hannah, du hast das Stück jetzt sozusagen auch sehr noch nicht aufgeführt aber in dem Stück vielleicht ja auch in anderen Stücken die so auch auf eine außermusikalische Begebenheit oder ein Thema Bezug nehmen wie ist es für dich als Interpreter da?

00:21:48: Wie wichtig ist das zu wissen?

00:21:50: Ist das einfach abhängig von wer das komponiert hat Und von der Musik?

00:21:55: ist das einfach zu eine zu offene Frage?

00:21:58: Oder kannst du schon sagen, dass das immer dir hilft egal was der oder die Komponistin sagt oder sich wünscht.

00:22:05: Ich würde sagen es kommt schon auf jeden Fall auf das Framing der komponierenden Person an weil ich schon auch jetzt mit Komponistinnen zusammengearbeitet habe, die dann gesagt haben, das hat jetzt keine Bedeutung.

00:22:14: Und selbst wenn man da jetzt eine Bedeutsung drin suchen würde oder das Ursprungsmaterial finden würde, würden das letztendlich nichts zur Interpretation des Werkes beitragen.

00:22:22: In dem Fall finde ich es extrem stark einfach, weil man ja weiß, dass ein reales Schicksal einer Frau ist, die da ihre Heimatstadt verlassen musste und ich finde diesen Text auch extrem eindrucksvoll.

00:22:35: Ich muss auch sagen als wir den das erste Mal zusammen angeguckt haben haben wir auch beide gar nicht alles verstanden, weil es einfach so eine alte Art zu schreiben und zu sprechen ist.

00:22:47: Und dann wahrscheinlich auch noch irgendwie ein bisschen so ein verämpftetes Schreiben.

00:22:52: Aber total eindrucksvoll!

00:22:54: Ich spür da auch eine große Ehrfurcht zu wissen vor allem, weil dieser Text jetzt ja gar nicht so wie du gesagt hast, einfach auffindbar ist.

00:23:03: Denen jetzt quasi so ein bisschen an die... die Öffentlichkeit zu tragen, aber dann natürlich auch auf deiner Art verarbeitet.

00:23:08: Also es ist irgendwie... Ich finde das einfach ein super schöner und spannender Punkt an dem ich jetzt gerade sein

00:23:14: darf.".

00:23:15: Im Fall von Sarah Ali liegt die Sache anders weil wir haben ja verschiedene Sachen da rausgehört und das Stück ist sehr dicht und da steckt sehr viel drin untersteckt auch sehr sehr viel Vorbereitung drin und diese Vorbereitungen nennt sie Theme Park.

00:23:32: Also sie sagt, sie erschafft sich vorher im Grunde so eine Art von Ordnersystem auf ihrem Computer.

00:23:40: Ich habe das Universum genannt und sie meinte es sei eher wie ein spaßiger Theme Park wo sie sich drin auffällt.

00:23:46: Wo sie erstmal ganz viel recherchiert... ...und dann nach und nach die Ideen entwickelt.

00:23:51: Und wie sie das genau macht in Bezug auf das Stück Thermodoxa.

00:23:56: hören wir jetzt!

00:23:58: Das ist ein Beispiel für das.

00:24:00: So, z.B.

00:24:01: in einem Werk called Thermodoxa, es ist so wie ein seven minute chamber Musikwerk und das war... In der Arbeit, wo es keine Singers waren.

00:24:12: So wie Viola, Percussion und Clarinet.

00:24:15: Und die Performer, die ich in advance wusste, werden sehr virtuosich und sehr gut sein.

00:24:20: Es war auf jemandem Mosaic, also wollte ich eine Piste, die in einem Weg ausgeschlagen wurde, aber in einer Weg, wo man nicht den Instrument so viel als das menschliche Effort und die Erachtung hat, dass die Musikern versuchen zu bringen.

00:24:35: Ich habe dieses Framework kreiert... Es war wirklich faszinierend.

00:24:39: Ich habe es im Juni von den Jahren ist, und in der Zeit war es ein weiterer Hot-Summer in Deutschland.

00:24:48: Also

00:24:49: war ich wirklich fassiniert durch die Hege und nur die Influenz der Hege.

00:24:54: Und ich war

00:24:54: ein bisschen meditatorisch,

00:24:55: wie viele von uns vorhin

00:24:57: waren!

00:24:59: Und was ich überrascht habe, war die Konnexion zwischen den dogmetischen Kulturen wie Religionen und Heizung.

00:25:11: In dem Desert haben du sehr intensiven Religionen wie Islam, das ist der Religion, den ich in ein paar Jahren erhielte.

00:25:18: Du hast auch Judaism, Christianität – es sind alle desertische Religionen.

00:25:24: Hier haben wir sehr hohe Klimaten, und viele Gruppen-Rituals.

00:25:34: Ich habe diese Konnexion zwischen Dogma und Heat gefunden.

00:25:39: Es war fast enttoxikiert, es war nur der Sonne.

00:25:46: Ich saß in dem Park und versuchte meine Städte zu schlafen.

00:25:50: Es war ein Park unter Elm im Weimar, wo ich viel kompose.

00:25:54: Und in diesem Park, das Gras, das Sommer war v.a.

00:25:58: supergrün.

00:25:59: Und es war wirklich sparkend von den Sonnen.

00:26:03: Und ich erinnere mich an sie.

00:26:04: Das ist einfach verrückt!

00:26:06: Sieht so gut aus!

00:26:06: und ich war einfach so in Liebe mit dem Sonnen.

00:26:10: Und ich dachte, das dritte Ding an diesem Stück wird über die Glühweinheit der Sonne sein, nur Licht.

00:26:15: Das war Thermodox.

00:26:16: Es war dieses Pyramid, was ich kreierte, das war Dogma, es war Heat und es war Licht.

00:26:22: Und dann habe ich viel recherchiert.

00:26:25: Ich habe viele Essays von Heaten geredet.

00:26:27: Ich hab auch Aristotle und seine Theorie auf wie ... die Temperatur deiner Blöde betrifft verschiedene Intelligenz, die eine Person

00:26:36: hat und die Dispositionen.

00:26:37: Es ist wirklich faszinierend.

00:26:38: Und diese Idee war durch den Renaissance gekommen.

00:26:41: In der Italien-Renaissance haben Sie interessante Klubs oder Salons, in denen Leute starten zu diskutieren mit einanderem Thema.

00:26:48: Sie reden über die Ärzte-Dottels-Theorie von Heizung.

00:26:50: Dann gab es einen feministischen Diskurs, in dem der Italie-Ranaissance geschah.

00:26:58: In Venice, ich weiß nicht.

00:27:00: Ich habe ihre Names

00:27:02: vergessen.

00:27:03: Aber sie berichten, ob Frauen älter oder heißer sind als Männer und was das betrifft von ihrer Intelligenz, der Kraft und so weiter.

00:27:10: Und

00:27:10: es war auch Aristotle, der gesagt hat, dass eigentlich die Schuhe des Blutens ist.

00:27:15: Das Anima, das Animas eines Personen, ist das Heiz, das du findest, wenn du ... wenn du die Blutstemperatur nimmst, ist das der Hecht durch deine Weine.

00:27:26: Ich war sehr fasziniert von dem und dann habe ich auch biblische Literaturen untersucht.

00:27:34: Und eigentlich benutze ich Quotes aus den Grönchen, dass ich sie geändert habe und verabschiedet habe.

00:27:38: Das ist ein bisschen blasphemus, aber ich habe es

00:27:41: anyway gemacht.

00:27:42: Ich habe den ganzen Soundworld

00:27:46: generiert und was das bedeutet ist, dass ich ein Foto auf meinem Laptop kreierte.

00:27:51: Und der Foto hatte viele Subfolder und sie waren alle zu dem Thema geladen.

00:27:59: Birds and Beasts.

00:28:01: Und so, this was inspired by the idea of like how in these ancient religions augury So Like The practice using birds to make prophecies Was very popular And also beasts.

00:28:11: just This idea Of being In a difficult climate Being under threat of Predators Was Very Interesting To Me Birds & Beasts.

00:28:18: There is another Which Is Called Dogma Inside That I Just Had A Lot.

00:28:25: und auch andere Dinge, wie von Christianity.

00:28:32: Und ich hatte auch ein Wortdach, das mit Folgen aus den Städten geholt wurde, die aus religiösen, praktischen Städte und der Kirche waren.

00:28:41: Christianty hat so eine sehr tolle Kollektion... dogmatisch, ritualistisch, wahnsinnig voller Musik durch die Jahre, und es hat viel gewollt.

00:28:50: Und dann gab es auch noch ein Foto, das war so wie ... Das war der Gradienten.

00:28:55: Es war wirklich abstraktiv.

00:28:56: Es ist nur diese Idee, in- und auszunehmen von dem Spirit-Werk und dieser Idee, dass wenn du mehr von den Perspektiven denkst als Physik und Spass, vielleicht gibt es etwas, was im Zweifel geht.

00:29:10: Man kann in und out des Zweifels gehen Aber es ist ein kontinuieres Ding.

00:29:15: Und was fühlt man sich wie in der Mitte?

00:29:17: Wie fühlst du dich als wenn

00:29:19: du da bist?

00:29:20: Es waren all diese Folgen und ich fühle mich persönlich, dass sie

00:29:22: mein

00:29:24: Thema connecten.

00:29:26: Und dann beginne ich zu machen Musik aus den elektronischen Fällen, von Dingen, also die Wortdokumente, wo ich Ideas schanke.

00:29:39: Und so ist es wirklich einfach das Netzwerk...

00:29:45: Okay, also Sarah Ali hat hier ihren Prozess ja sehr offen gelegt und hat gesagt irgendwie sie schafft sich wie gesagt so einen eigenen Theme Park.

00:29:55: Und ich fand das total spannend dass die so breit recherchiert.

00:30:00: Auf jeden Fall für mich!

00:30:01: Ich mag diesen Recherche-Prozess auch extrem gerne.

00:30:04: Also es ist eine super tolle Arbeitsstadion wenn man einfach fürs komponieren stunden im internet verbraten kann und irgendwelche rabbit holes sich verlieren kann.

00:30:19: Und dann da noch irgendwie ein spannenden fakt für das stück herausfinden etc.

00:30:23: also ist eine tätigkeit die ich extrem gerne machen aber auch einfach super interessant ist.

00:30:29: und ich glaube auch dass ich glaube, auch super wichtig ist für das Stück und auch das endresultat weil Wie wir jetzt zum Beispiel auch in Thermodoxer gehört haben, es ist ein extrem vielfältiges Stück.

00:30:40: Und ich hatte auch das Gefühl die Recherche dazu war auch extrem wie du meintest breit und vielfaltig und auch irgendwie spudelnd.

00:30:50: Ich glaube schon dass sich das danach in den Werken widerspiegelt.

00:30:55: Was ich spannend fand ist wie einfach nur der Zeitpunkt und die Temperatur zu dem Zeitpunkt wo sie angefangen hat zu komponieren letztendlich den Weg des Stückes verändert hat weil letztendlich, was ja ein bisschen erst mal zuverbanden wird.

00:31:06: Mein Beauftrag mit diesem Werk nun war es ein heißer Sommer sie ist auf dieses Thema Hitze gekommen also alleine wieder in diese kleinen äußeren Umstände wie nur die Temperatur während man komponiert dann nochmal so eine neue Richtung einschlagen können.

00:31:18: ich glaube das ist ein bisschen das was du vorhin auch versucht hast zu sagen dass es einfach schwer zu sagen ist wenn man auch nicht hundertprozentig rekonstruieren kann.

00:31:25: Was hat an jetzt beeinflusst?

00:31:27: Deswegen fand ich das so spannend dass hier sowas erstmal etwas so offensichtlich scheint so angesprochen wurde.

00:31:32: Was sie auch später sagt ist, das kann man übrigens in der nächsten Ausgabe von Musiktexte online nachlesen.

00:31:39: Weil wir da ein längeres Interview mit Sarah Ali veröffentlichen.

00:31:43: Was sie später auch noch sagt, dass sie im Grunde für jedes Stück ja einen neuen Teampark baut.

00:31:53: Sie recherchiert einfach von vorne und was ganz schön war es, dass die gesagt hat wenn jemand ihr jetzt ihre Recherchematerialen vorlegen würde und sage, schreibe ein neues Stück.

00:32:04: Dann würde genau das gleiche Stück rauskommen wenn es die gleiche Länge und die gleicher Besetzung wäre.

00:32:09: Und was ihr auch gesagt habt ist dass deswegen für sie jedes Stück im Grunde eine neue Form hat.

00:32:16: also Sie sagt es ist jetzt nicht so jemand die immer wieder so in ähnliche Form aufsucht oder sagt ja okay schrabe jetzt wieder ne Sonate oder so sondern das ergibt sich alles aus dem Material was ihr das Material gibt.

00:32:27: im Grund dann machen wir einen ganz kurzen Schnitt Und zwar zurück ganz an den Anfang unseres Podcasts.

00:32:35: Am Anfang haben wir nämlich ein Stück gehört, das hieß

00:32:38: Pickebou.

00:32:40: Pickebu?

00:32:40: Kennt ihr Picke-Boo?

00:32:41: Ist es so Versteckenspielen oder?

00:32:44: Ja genau also Pickebo ist im Grunde guckuck wenn man sich die Hände vor die Augen hält bei kleinen Kindern und dann macht man die Augen auf und sagt

00:32:52: guckuk.

00:32:53: Und im Englischsprachengraum heißt das

00:32:55: Pickeboo!

00:32:58: Das ist ein Stück von Jaiing He Zhang ist eine chinesische Komponistin.

00:33:04: Sie lebt in Deutschland und ich kenne sie von der Vorkwang-Universität der Künste, wo sie Komposition studiert hat.

00:33:14: Sie studiert jetzt Komposition im Master am Corservatoire de Paris Und Zhang schreibt eigentlich sehr viel für Orchester und sie hat mir erzählt wie sie an Stücke rangeht und wie sie ihre Ideen entwickelt Und das hören wir uns jetzt auch einmal

00:33:39: an.

00:34:00: oder ich mich über langere Zeit in einem bestimmten emotionalen Zustand befinde, schreibe ich Musik.

00:34:11: Für mich ist das eine Möglichkeit, mich selbst zu beruhigen und Dinge auszudrücken für die ich keine Wörter finde.

00:34:24: Natürlich recherchiere ich auch manchmal zu bestimmten Themen oder beschäftige mich mit hauserem Fragestellung.

00:34:35: Aber also für mich ein Thema alleine rein, heißt er mir nicht.

00:34:41: Es muss ihm eine persönliche Resonanz auslösen.

00:34:46: Wenn ich selbst keine emotionale Verbindung dazu habe fällt es mir schwer einem Zugang zu finden oder da Haus Musik zu entwickeln.

00:35:00: Deshalb sammere ich über langer Zeit musikalische Skizzen, Ideen und Gefühle.

00:35:09: wenn ich dann an einem Konkertstück oder Komposition arbeite schaue ich auf diese Skizin zurück und überlege was wirklich zu diesem Werk passt.

00:35:24: Das ist jetzt noch mal eine andere Herangehensweise.

00:35:28: D.h.,

00:35:30: Jang He arbeitet nicht so projekte, also sie arbeitet auch projektbasiert aber sie hat im Grunde so ne fortlaufende Ideensammlung die Sie in einem Art Tagebuch sammelt und wo sie auch selber ja wahrscheinlich Dinge verarbeitet und das dann wie so eine Materialsammlung finden kann.

00:35:54: Sie sagt ja auch, sie beschäftigt sich eventuell mit anderen Themen die von außen kommen.

00:36:00: Aber ich fand es wirklich spannend dass sie dann so ein ihrem Heftblätt hat und überlegt was passt denn dazu?

00:36:07: Und weiß ihr vor allem welche Emotionen irgendwie kann ich jetzt mitnehmen.

00:36:11: Das fand ich spannend weil das eine Ja, ich weiß nicht ob das so eine Erforschung des inneren Ichs ist.

00:36:19: Aber schon so eine Art von so zweiter Reflexionsebene die man auf die eigene Person hat und die ich mir auch herausfordernd manchmal vorstelle als wenn man jetzt sagt ich beschäftige mich mit einem Thema Und kann dass aber nicht.

00:36:35: so muss es nicht so nah an mich ran lassen oder weise ich wahrscheinlich auch ein herangehensweise?

00:36:40: Ich weiß nicht Aline wie machst du das denn?

00:36:42: Ja natürlich spielt Emotionalität eine Rolle.

00:36:45: Also ich glaube schon, dass mit dem Kompositionsprozess... Ich eher mit Sarahs Komposition Prozess resoniere und einfach mehr Parallelen haben.

00:36:55: Bei mir ist es keine Ordnerstruktur.

00:36:57: Ich habe bei Notiz so eine Notizstruktur auch mit ganz vielen Unterordnen wo ich die Sachen dann ordne oder also ja genau ordne und kategorisiere.

00:37:10: Ich arbeite viel auch mit Zetteln, die ich da miteinander verbinde und so weiter.

00:37:16: Und da spielt dann – schlussendlich machen wir Musik!

00:37:20: Und Musik hat immer mit Emotionalität zu tun.

00:37:24: Das heißt, ich kann das nicht so miteinander trennen.

00:37:27: Die Inspiration kommt nicht primär davon also unterbewusst ja vielleicht auch bewusst beeinflusst dass die Werke.

00:37:38: Es ist dann bei mir eher so, zum Beispiel um wieder zurück auf diese Unterwasser-Lärmstück zu kommen.

00:37:45: Das war in einer Zeit wo ich... ja jetzt noch nicht die happiest Person war!

00:37:54: Da habe ich mich dann eher das Thema danach ausgesucht.

00:37:56: also vielleicht ist das die Reihenfolge ein bisschen umgekehrt.

00:38:02: Lass uns noch ein bisschen weiterhören weil Jane erzählt Tatsächlich von der Zeit, wo es ihr nicht so gut ging.

00:38:09: Das ist in zahlreichen Stücken reingeflossen die sie dann unter anderem für das WDR-Symphonieorchester und fürs SWR-Sinfonieorchester geschrieben hat.

00:38:18: was Jain im Gespräch dann klargemacht hat ist dass sie jetzt gar nicht vertont oder verkomponiert hat.

00:38:26: sagen was er ja so vertont ist zu platten aber was sie gar nicht verarbeitet hat ist unbedingt wie schlecht's ihr dann gingen sondern eher das Gegenteil was sie sozusagen von der Umwelt, von den Menschen erfahren hat die sie umgeben haben.

00:38:40: Es gibt viele Idee die ich zwar sehr mag aber die sich für mich aber schon zu private anfühlen.

00:38:51: dann entscheide ich mich bewusst dagegen sie zu verwenden.

00:38:56: Gleichzeitig verändert sich das mit der Zeit.

00:39:02: Manche Dinge, die ich früher nie gezeigt hätte, möchte ich heute vielleicht doch teilen und kann sie mir für zukünftige Komposition vorstellen.

00:39:16: Also für mich ganze Kompositionsprozess ist dafür eine sehr innere Prozess.

00:39:24: Im letzten Jahr habe außerdem unglaublich viel unterstützen und ermötigen von meiner Familie, meine Lächeln und meinen Freundinnen und Freunden erfahren.

00:39:41: Dadurch habe ich sehr viel Wärme- und Liebe gespielt und deshalb spielt das Thema Liebe in vielen meiner Kompositionen eine wichtige Rolle.

00:39:56: Es gibt dafür oft kein konkretes musikalisch Motiv, aber dieser Gefühl hatte mir mehr Mut gegeben also bei komponieren öffener und freier zu sein Und gleichzeitig frag ich mich manchmal ob meine Musik vielleicht dazu persönlich wird.

00:40:20: Deshalb versuche ich meine eigenen Erfahrungen mit etwas allgemeinem zu verbinden.

00:40:29: Mit Situationen oder Gefühlen, die viele Menschen kennen zum Beispiel den Wunsch nach Glück und nach Nähe oder nach Geborgenheit.

00:40:44: So kann eine Verbindung zwischen meiner eigenen Erfahrung und dem Zuhörigen hin oder Zuhören entstehen.

00:40:56: Ja, wie würdet ihr James Frage beantworten?

00:40:59: Kann eine Komposition zu persönlich sein?

00:41:03: Ich finde es super schwierig zu beantwortend!

00:41:07: Eine sehr schöne Formulierung hat mir tatsächlich auch notiert.

00:41:13: zur persönlichen Musik.

00:41:16: Auf einer Art ist, fühlt sich es immer irgendwie sehr persönlich an wenn man eine Komposition von sich auf der Bühne gerade auch in diesem Setting dann präsentiert.

00:41:29: Weil das irgendwie auch eine Sache ist die mir natürlich super und auch den Musikern, die das auffällt, super, super wichtig ist.

00:41:40: Und finde ich spannend dass sie meinte um das wie ein bisschen weniger stark zu machen, eigentlich anderer Themenwelt von der Umwelt und das miteinander zu verbinden.

00:41:57: Weil ich für mich fühlt sich nicht so an dass es dadurch die Komposition weniger persönlich machen würde.

00:42:03: Wir haben eben im Vorgespräch schon gesagt, wir haben gestern Abend einen Stück von Florentina Holzinger gesehen in Düsseldorf.

00:42:09: Das ist natürlich so ein bisschen der Inbegriff persönlich.

00:42:12: Daran musste ich gerade die ganze Zeit denken, ne?

00:42:14: Also zum Beispiel jetzt gestern Abend waren auch eigentlich alle die ganze zeit nackt wo man ja auch sagen könnte das ist etwas extrem persönliches was die darstellenden dann irgendwie sich entscheiden mit uns zu teilen glaube.

00:42:23: ich würde die frage erst mal mit nein beantworten dass etwas nicht so persönlich sein kann.

00:42:29: aber es kommt natürlich aufs framing an und vor allem wenn's jetzt irgendwie starke emotion sind wie meines publikum darauf vorbereitet.

00:42:36: vielleicht ist die frail auch nicht ob es eine zu persönliche musik gibt sondern ob ob man ein bestimmtes Thema mit anderen teilen möchte.

00:42:47: Und da würde ich sagen, wenn man diese Frage mit ja irgendwie diesen Aspekt möchte nicht mit anderen Personen teilen dann ist es zu persönlich.

00:42:56: aber sobald ich mich irgendwie dazu entscheide das in der Komposition einfliessen zu lassen habe ich mit mir selbst irgendwie den Konsens gemacht dass ich okay damit bin wenn andere Menschen sehen.

00:43:11: Und es ist ein Stück Beuch nicht Aufführung für mich.

00:43:14: Es ist weder was anderes, aber ...

00:43:18: Ich kann den Teil von ihr schon verstehen.

00:43:21: Das ist so wie wenn man unter Leuten bei einer Gesellschaft ist und dann einen Satz zu viel von sich erzählt.

00:43:29: Kennt ihr das?

00:43:30: Ja

00:43:30: klar.

00:43:31: Wo man denkt, hätte ich lieber nicht gesagt.

00:43:34: Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass Dying vielleicht das meinen könnte.

00:43:39: Wir können sie natürlich auch fragen dieses Moment meint von, boah vielleicht hab ich ein Stück zu viel rausgegeben.

00:43:47: Und das ist ja eine spannende Frage die sie sich stellt auch ästhetisch oder künstlerisch also wieviel?

00:43:54: und dass die frage es wahrscheinlich erst mal für sie relevant zu sagen wie viel gebe ich jetzt von mir raus?

00:44:01: Und wo ist so ne Grenze?

00:44:02: und die muss man wahrscheinlich auch austesten Weil in dem moment wo's raus ist hat man ja keine kontrolle mehr.

00:44:08: du kannst ja nicht Du kannst ja nicht kontrollieren, wie die anderen das finden oder was sie sagen und du musst damit rechnen dass die anderen es bewerten.

00:44:15: So ne?

00:44:17: Und das ist ja schon so ein schmaler Grad den ich mir eigentlich beim Komponieren als den schwierigsten Punkt vorstelle Dass der Moment kommt wo du etwas von dir sehr persönliches raus gibst Wie du sagst, ne?

00:44:31: Du hast recherchiert und da haben Wissenschaftlerinnen mit dir gearbeitet.

00:44:35: Und komponiert die Zwiebel eine Schicht nach der anderen abgezogen bis zum Kern vorgetrunken.

00:44:45: Dann ist der Moment ... wie du sagest, dann wird's persönlich weil du bringst das auf die Bühne und Leute hören sich das an.

00:44:50: im Zweifel sagt jemand is nicht.

00:44:51: meins mag ich nicht.

00:44:53: Deswegen finde ich diese Frage nach dem persönlichen tatsächlich schon auch so eigentlich auch für uns als Journalistinnen eigentlich relevant.

00:45:02: oder Kritikerinnen sind wer auch manchmal nicht immer.

00:45:08: Und diese Diskussion, wie vorsichtig oder wie respektvoll man umgeht, die gibt's glaub ich heutzutage mehr in der schreibenden Zunft als früher ist mein Eindruck.

00:45:19: Auf jeden Fall!

00:45:21: Die Kehrseite ist das dann manchmal gar keine Bewertung mehr kommt, die da natürlich für so ein Text zum Beispiel auch schwierig wird.

00:45:28: wenn wir einen Text schreiben über ein Konzert oder ein Stück dann lesen die Leute das ja, weil sie wissen wollen wie wir das fanden.

00:45:33: Weil Sie waren ja nicht da.

00:45:35: Das heißt wenn wir jetzt nur beschreiben was das ist, dann ist das eine Beschreibung dies aber langweilig zu lesen.

00:45:40: So und auch wir haben diesen Grad wo wir entscheiden müssen okay Wie gemein sind wir jetzt?

00:45:48: oder wie ehrlich?

00:45:49: Oder wie viel?

00:45:50: lassen wir einfach weg und erwähnt es nicht.

00:45:54: Also wieviel gibt man Vorschuss?

00:45:55: ne?

00:45:56: Total Wenn's jetzt zum Beispiel einem nicht gefallen hat oder wenn es einem gefallen hat.

00:46:02: Ja,

00:46:03: wir hatten tatsächlich eben gestern Abend nach diesem Stück was wir gesehen haben einen ähnlichen Moment das wir uns noch Rezensionen anschauen wollten und wir haben so gedacht okay das ist irgendwie keine Rezention oder?

00:46:13: Es war

00:46:14: eine reine Beschreibung

00:46:15: dessen.

00:46:16: Ich merke auch, da kann man sagen das war zu unpersönlich.

00:46:20: Es ist vielleicht eine Frage die man sich in beide Richtungen stellen kann weil ich würde sagen sobald man irgendwie unpersöhnlich bleibt oder sich dazu entscheidet unpersönlich zu bleiben geht man das Risiko eines Menschen damit keine enge Verbindung auflaufen können und dass es irgendwie an der Relevanz vorbei schlittert.

00:46:38: was ich bei Sarah Alias noch gedacht habe ist... ich würd sagen es ist auf jeden Fall auch so ein Zeit Zeitgeist oder auch so eine Frage von Erziehung.

00:46:44: Und ich habe schon das Gefühl, dass jetzt gerade in unserer Generation auf jeden Fall aus so sehr dieser Wunsch dazu da ist irgendwie ein kollektives Verständnis zu fühlen oder irgendwie zusammenzubringen.

00:46:55: Also ich würde sagen, dann kann man bestimmt auch über die letzten fünfzig Jahre Trendachsen aufmalen.

00:47:02: Ich glaube es verändert sich sehr je nach Generation von komponierenden oder schreibenden Personen.

00:47:07: auf jeden fall

00:47:10: Gut, dann kommen wir jetzt zu unseren Schlussplädoyés.

00:47:13: Ich muss sagen ich glaube, ich gehe aus dieser Folge eher mit ein paar offenen Fragen die wahrscheinlich bei mir noch so ein bisschen nach.

00:47:20: Wirkung werden.

00:47:21: Ich glaube, ich fand es super spannend, deine Transparenz zu hören, Arlene.

00:47:24: Also vor allem auch nach dieser Frage wie transparent kann man überhaupt sein?

00:47:28: Man muss es dann ja auch irgendwie wieder in eine Form der Kommunikation bringen.

00:47:31: was man auch dann wieder nach unserer Diskussion auch sich fragen könnte ist das schon wieder eine Anordnung von Wissen?

00:47:36: ist auch wieder eine Komposition und eine Form von Forschung auch zu erkunden?

00:47:39: Wie ist mein Prozess?

00:47:41: Das heißt, die Frage nach dem Startpunkt wird auf jeden Fall für mich bleiben.

00:47:45: Und ich glaube auch die Frage ist meine Musik zu persönlich slash zu unpersönlich?

00:47:50: Ich glaube das wird bei mir noch einige Zeit nachwirken!

00:47:53: Ich fand es auch sehr interessant diese Fragen von Sarah und Chaing zu hören... ...und auch ihre ideen Gedanken dazu finde aber trotzdem sehr schwierig das wirklich zu fassen.

00:48:07: also Ich höre die Worte, ich weiß es nicht mit Leuten.

00:48:10: Aber wie das in ihrem Alltag aussieht... ...ich glaube ist mega schwierig zu transportieren wenn man eine Person gerade nur so ein paar Minuten aus dem Leben der Person mitbekommt.

00:48:26: Also weil ich glaube es ist so ein extrem persönlicher Prozess und vielleicht um... noch persönlich aus, dann die Musik selbst hinaus resultiert.

00:48:36: Weil so integriert es in den Alltag.

00:48:41: Definitiv denke ich mir wird das Thema mich noch weiter begleiten.

00:48:49: auch wie kann ich vielleicht diesen Prozess... Also die Kommunikation über diesem Prozess noch transparenter gestalten?

00:48:58: Wird das irgendwie zugänglicher wird für Außenstehende zu fassen, was ich eigentlich jeden Tag mache.

00:49:07: Also ich finde das Thema ist sehr sensibel weil ich ja sozusagen auf der anderen Seite stehe und die Entscheidung haben muss.

00:49:19: höre ich mir das überhaupt an?

00:49:22: Ich bin dann immer dankbar wenn jemand mir sagt dass es relevant ist wenn du das Stück hörst.

00:49:27: Es gibt ja auch Musik.

00:49:27: da ist es einfach entweder nicht relevant oder die Komponistinnen entscheiden Für sie persönlich war das relevant, aber zum hören hör was du willst.

00:49:38: Und das heißt für mich ist es... Ich bin ja mal dankbar wenn ich so einen Hinweis bekomme dass das jetzt relevant ist fürs Hören und dann kann ich nämlich immer noch entscheiden ob das jetzt für mich relevant war zum Hören weil ich ja sozusagen im Gegenüber bin und ich nehme trotzdem erst einmal nur die Musik und ich fand's aber in der Beschäftigung mit diesen Prä-Kompositions Prozessen.

00:50:06: Super spannend welcher herangehensweise es gibt, ne?

00:50:08: Weil es gibt ja auf jeden Fall trotzdem auch die Leute, die sich dann ans Klavier setzen und es gibt die Leute die malen ein Bild.

00:50:15: Es gibt Leute wie Dying, die setzen sich in den Zug weil sie viel unterwegs sind und schreiben Tagebuch.

00:50:21: Es gibt leute, die forschen Wir hatten's ja auch schonmal von Kirsten Reese zum Beispiel Die ja auch viel mit WissenschaftlerInnen arbeitet Und da auch so Ja sozusagen eine Art von fast doppelt im Output hat, wenn sie Performances macht oder Konzerte und was auch jetzt du erzählt hast.

00:50:41: Also wie euer Konzert im Grunde.

00:50:44: Da sind ja noch andere Interpretinnen beteiligt aber auch bei dem Stück also Wie euer Concert dann sozusagen Was die Genese war das ist total spannend zu hören es natürlich so vielfältig wie die Musik die wir hören können momentan.

00:50:59: Aber mir wurde wirklich klar, dass es einfach eine sehr persönliche Sache ist und alle glaube ich einfach gucken müssen wie viel sie weggeben wollen.

00:51:08: Weil wenn's einmal raus ist kann man's nicht zurückholen.

00:51:11: Ich bedanke mich sehr für eure Diskussion.

00:51:13: Vielen vielen Dank das ihr alle zugehört habt.

00:51:16: Vielen dank an Aline Sarah Müller Dass du bei uns im Podcast warst Und wir wünschen allen ja einen kühleren Sommer als die letzte Zeit aber Unabhängig davon, wann ihr es hört.

00:51:27: Wir nehmen gerade im Mitte Juli auf.

00:51:29: die Hitzewelle ist grad hinter uns.

00:51:32: Genau!

00:51:32: Wir wünschen euch einen schönen Sommer und bis zur nächsten Folge Spass!

00:51:36: Tschüss!

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